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	<title>Yoga Journal &#187; Logbuch</title>
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		<title>Berlin 100210</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 10:25:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Logbuch]]></category>

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		<description><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm; text-align: left;"><strong><img class="alignleft" title="PUJA_DATTA" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2010/02/PUJA_DATTA_Prepare.jpg" alt="PUJA_DATTA" width="300" height="200" /><strong>Eva Maria Moog und Henning Scheel vom Berliner Yoga-Studio <a href="http://www.ashtanga-berlin.de/" target="_blank">Yoga Shala</a> sind für mehrere Wochen in Indien unterwegs. In ihrem “Reise-Logbuch” berichten sie regelmäßig  von ihrer Tempeltour auf den Spuren der Göttinnen Kali, Sri Lalita Tripura Sundari und Tara.</strong></strong></p>

Das war die letzte Puja dieser Reise. Und der zeremonielle Abschluss für Indien 2009. Ich habe viele Aufnahmen im Kasten und einige sehr eindrucksvolle Tonaufnahmen eingefangen. Der Abschied steht bevor.]]></description>
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<p style="margin-bottom: 0cm; text-align: left;"><strong><img class="alignleft size-full wp-image-893" title="PUJA_DATTA" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2010/02/PUJA_DATTA_Prepare.jpg" alt="PUJA_DATTA" width="300" height="200" /></strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="left"><strong> </strong>Das war die letzte Puja dieser Reise. Und der zeremonielle Abschluss für Indien 2009. Ich habe viele Aufnahmen im Kasten und einige sehr eindrucksvolle Tonaufnahmen eingefangen. Der Abschied steht bevor. Meine erste Indienreise endet nun mit einem Besuch im Kali-Tempel in Kalkutta. Dort sind wir im Massenstrom der Besucher und werden durchgeschleust durch den Tempel. Die zentrale Kali Figur steht im Haupttempel und unzählige schreiende, schiebende und schubsende Inder laufen wie eine zähe Lavamasse durch den Gang des Tempels – jeder versucht einen Blick auf die heilige Figur zu werfen, ebenso wie Blüten. Stehen bleiben ist nicht drin, man wird sofort weiter gestoßen. Um mich herum ohrenbetäubendes Geschrei und ich kann mich nur in dem Körperstrom treiben lassen, vorbei an der schwarzen Kali, die da in ihrem Tempel sitzt, völlig unbeeindruckt und scheinbar fast fragend, was hier eigentlich passiert&#8230;.Wir laufen durch die Anlage, ein Inder führt uns umher, obwohl wir hier sehr unwillig sind und eigentlich unser eigenes Ding machen wollen. Klappt aber nicht. Plötzlich schlägt mir stechender Geruch in die Nase und ich muss an mich halten, mich nicht zu übergeben. Wir stehen an der Stelle, an der Tieropfer rituell    getötet werden. Mit ihrem Blut wird Kali besänftigt, es werden nur Ziegenböcke getötet. Das Blut stinkt, der Boden ist getränkt damit, überall surren Fliegen. Ich frage mich, wer sich das ausgedacht hat mit den Blutopfern. Und wieso diese Opferungen offenbar überlebt haben. Und was eventuell auf diesem riesigen Subkontinent in den abgelegensten Regionen vielleicht noch alles gemacht wird. Mein Problem ist meine leicht durchgehende Phantasie. Ich knalle im Geiste mit der Peitsche und befehle meinen Gedanken Gehorsam. Diesmal funktioniert es zum Glück mal! Um uns herum meckern die kleinen Ziegenböcke und ich muss schnell raus hier. Dieser Kali-Tempel ist sehr heftig und nach unseren Puja de Luxe exklusiv Erfahrungen ist das hier einfach mal ein extremes Kontrastprogramm. Vielleicht muss das auch so sein. Wo bleibt sonst die Balance?!</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="left">Am nächsten Tag geht der Flieger nach Bangkok. Ein kleines Abenteuer bleibt immer wieder der Verkehr. Taxifahrer, die nicht wissen wo sie sind und an jeder Ecke irgend jemanden fragen müssen. Verkehr, der einfach nicht mehr vor und zurück geht, völlig verstopft und man denkt, hier komme ich nie mehr raus. Aber plötzlich löst sich irgendwo irgendwas und mit einem Mal geht es doch wieder weiter. Selbstverständlich mit Dauergehupe und möglichst immer alle auf einmal drauflos! Wenn man den Flieger bekommen möchte, nachdem es sowieso schon fast an einem Wunder grenzte, diese Tickets zu ergattern (wir mussten ja wegen Dengue andauernd umbuchen), wird einem ziemlich heiß auf dem Sitz und allerlei Stress Symptome machen sich hier dann sehr gerne richtig breit. Anyway&#8230;irgendwann sitzen wir im Flugzeug und verlassen dieses mystische, anstrengende, dreckige, überbevölkerte und doch so anziehende Land. Erst dachte ich, ich komme nicht wieder. Doch schon bald fing es an zu ziehen und jetzt durchdenke ich bereits die nächste Indienreise 2010. Selbstverständlich mit dem Fokus auf Kultforschung!</p>
<p><em>Text+Bild: Eva Maria Moog</em></p>
<p><strong><a href="http://www.ashtanga-berlin.de/" target="_blank">Yoga Shala</a> </strong></p>
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		<title>Berlin 102801</title>
		<link>http://www.yogajournal.de/2010/02/19/reise-logbuch-a-passage-to-india-12/</link>
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		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 09:48:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Logbuch]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong><img class="alignleft" title="Guruji" src="../wp-content/uploads/2010/02/Guruji_Ama_PujaKopie.jpg" alt="Guruji" width="300" height="200" /></strong>Der große Plan weiter nach Varanasi und zu weiteren Stätten zu fahren geht nicht ganz auf. Das Dengue-Fieber hat zu viel Schwäche hinterlassen und die Ärzte empfehlen Ruhe bzw. die Rückreise nach Deutschland. Was wir natürlich nicht machen. Aber wir ändern die Reiseroute. Noch ein paar Tage Visak beim Guruji, um noch eine weitere Puja mit zu erleben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-890" title="Guruji" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2010/02/Guruji_Ama_PujaKopie.jpg" alt="Guruji" width="300" height="200" /></strong>Der große Plan weiter nach Varanasi und zu weiteren Stätten zu fahren geht nicht ganz auf. Das Dengue-Fieber hat zu viel Schwäche hinterlassen und die Ärzte empfehlen Ruhe bzw. die Rückreise nach Deutschland. Was wir natürlich nicht machen. Aber wir ändern die Reiseroute. Noch ein paar Tage Visak beim Guruji, um noch eine weitere Puja mit zu erleben. Dann geht der Kurs Richtung Thailand, Andaman Sea und volles Auskurieren.</p>
<p>Inzwischen ist das Krankenhaus schon Geschichte und wir haben die Ehre, einer Dattatreya Puja beiwohnen zu dürfen. Eine kurze Darstellung laut Wikipedia: Dattatreya (Sanskrit: दत्तात्रेय, Dattātreya) or Datta is considered by Hindus to be god who is an incarnation of the Divine Trinity Brahma, Vishnu and Shiva. The word Datta means &#8220;Given&#8221;, Datta is called so because the divine trinity have &#8220;given&#8221; themselves in the form of a son to the sage couple Atri and Anasuya. He is the son of Atri, hence the name &#8220;Atreya.&#8221;</p>
<p>In the Nath tradition, Dattatreya is recognized as an Avatar or incarnation of the Lord Shiva and as the Adi-Guru (First Teacher) of the Adinath Sampradaya of the Nathas. Although Dattatreya was at first a &#8220;Lord of Yoga&#8221; exhibiting distinctly Tantric traits,[citation needed] he was adapted and assimilated into the more &#8216;devotional&#8217; (Sanskrit: bhakti) Vaishnavite cults; while still worshiped by millions of Hindus, he is approached more as a benevolent god than as a teacher of the highest essence of Indian thought. Dattreya is the author of Tripura Rahasya given to Parsurama, best treatise on Advaita Vedanta.</p>
<p>Diese Puja findet im Haus des Guruji statt, im zentralen Tempelzimmer.  Der Altar ist wieder unglaublich schön hergerichtet, Tripura Sundari ist mit prallen Blumengirlanden geschmückt, es duftet nach Incense. Die Ayapa Männer laufen emsig umher und bereiten die Puja bis ins kleinste Detail vor. Wir kennen uns ja von der Haus-Puja und dem Durga-Tempel – so bekommen wir vertraute Blicke von ihnen zugeworfen und warme, einladende Gesten lassen mich schon bevor alles anfängt dahin schmelzen.</p>
<p>Als alle Teilnehmer anscheinend da sind, kommen noch der Guruji und Ama, seine Frau hinzu. Ich habe Videokamera, Fotokamera und das Aufnahmegerät für die Gesänge parat. Es geht los. Der Altar für Datta sieht irgendwie sehr lustig aus, wie viele bunte Zipfelmützen neben- und hintereinander – aber das lässt sich am Besten auf dem Foto wiedergeben. Wieder beginnt die Puja mit endlosen Litaneien, Gesängen, Blütenwürfen und wunderschön anzusehenden rituellen Handlungen. Interessant dieses Mal ist die Ehrung von Guruji, die ein Bestandteil der Zeremonie ist. Seine Füße werden mit Blumen umlegt und schließlich über und über mit Blüten bedeckt, begleitet von Gesängen und Gebeten. Eine herzergreifende Szene voller Hingabe und Liebe der Devotees an ihren Guru. Eine Situationskomik entgeht mir aber auch hier nicht: der Guruji trägt nämlich metallic grün lackierte Fußnägel! (Die Farbe fand seine Enkelin wohl besonders chick!) Seit ich ihm begegnet bin, sind häufig diese kleinen aber sehr lustigen Details aufgetaucht – er ist ein wunderbarer Guru mit viel Humor und einem ausgeprägten Sinn für Unkonventionelles. Grüne Fußnägel sind dabei nur die sehr sichtbaren Späße. Tiefer geht es dann in seinen Lehren und Teachings&#8230;.</p>
<p><em>Text+Bild: Eva Maria Moog</em></p>
<p><strong><a href="http://www.ashtanga-berlin.de/" target="_blank">Yoga Shala</a> </strong></p>
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		<title>Berlin 101801</title>
		<link>http://www.yogajournal.de/2010/02/18/reise-logbuch-a-passage-to-india-11/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Feb 2010 13:22:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Logbuch]]></category>

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		<description><![CDATA[<img class="alignleft" title="Datta_Puja_Fire" src="../wp-content/uploads/2010/02/Datta_Puja_Fire.jpg" alt="Datta_Puja_Fire" width="300" height="200" />

Der letzte Eintrag ist über einen Monat her – und dieser hier kommt nicht aus dem fernen exotischen Indien , sondern aus dem kalten und verschneiten Berlin. Die Logbuch-Einträge in Indien versiegten aufgrund eher schicksalhafter Ereignisse und werden jetzt rückblickend wieder aufgenommen.

Die angebliche Malaria an der Henning erkrankt war, stellte sich nach einigen Tagen doch als ein ausgewachsenes Dengue-Fieber heraus.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-883" title="Datta_Puja_Fire" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2010/02/Datta_Puja_Fire.jpg" alt="Datta_Puja_Fire" width="300" height="200" /></p>
<p>Der letzte Eintrag ist über einen Monat her – und dieser hier kommt nicht aus dem fernen exotischen Indien , sondern aus dem kalten und verschneiten Berlin. Die Logbuch-Einträge in Indien versiegten aufgrund eher schicksalhafter Ereignisse und werden jetzt rückblickend wieder aufgenommen.</p>
<p>Die angebliche Malaria an der Henning erkrankt war, stellte sich nach einigen Tagen doch als ein ausgewachsenes Dengue-Fieber heraus. Der zuerst behandelnde Arzt war ein Scharlatan und komplett unfähig. Nachdem das Fieber beständig auf 40°C beharrte und Hennings Zustand trotz Medikation täglich schlechter wurde, entschieden wir uns für einen Krankenhausbesuch. Dort einmal eingeliefert stellte sich sehr schnell heraus, dass es mehr als ratsam war auch erst einmal dort zu bleiben. Indische Krankenhäuser sind , wie man sich vielleicht schon denken kann, mit nichts so schnell vergleichbar. Von den hygienischen Zuständen, die eigentlich noch gingen, wollen wir gar nicht erst anfangen. Viel beeindruckender waren auch hier wieder die Menschenmassen, die hier im Wartesaal, auf Bänken vor dem Gebäude, in den Fluren und eigentlich überall auf ihren Aufruf in eines der vielen Arztzimmer warteten, deren Türen um den Wartesaal rundherum abgingen. Um in eines der begehrten Zimmer zu gelangen, muss man sich an einer wiederum von vielen Indern belagerten Rezeption anmelden, ein Anmeldeformular ergattern und dieses dann ausgefüllt wieder abgeben – zusammen mit einer bestimmten Summe Rupien. Dann warteten auch wir  in der großen Wartehalle. Zum Glück ging es relativ schnell und wir konsultierten eine, wie sich herausstellte, sehr kompetente Ärzten. Eine kräftige Inderin, die mir mit ihrer tiefen Stimme sofort Vertrauen einflößte. Wir mieteten ein Einzelzimmer im Krankenhaus, mit TV. Henning musste sofort für die nächsten Tage an den Tropf, Sodiumchloridlösung non-stop. Wie sich nach einigen Bluttests herausstellt, hatte sich Henning das Dengue-Fieber eingefangen, in diesem Gebiet Indiens eine weit verbreitete Krankheit, wie die Malaria. Aus den modrigen Sümpfen kommt es heraus gekrochen und verbreitet sich über fiese Moskitos. Es gibt vier verschieden Arten von Dengue, gegen keine gibt es Impfstoffe oder eine wirkliche Medikation. Die einzige Chance zu überleben ist das frühzeitige Erkennen und identifizieren der Krankheit sowie das Zuführen von Flüssigkeit, wie nun der unversiegbare Tropf der Rettung.  Der Virus greift die roten Blutkörperchen an und zerstört die „Platelets“ platelet [physiol.] das Blutplättchen thrombocyte [physiol.] darin – das sind Bestandteile, die für die Blutgerinnung im menschlichen Körper zuständig sind. Führt man dem Körper rechtzeitig massenhaft Flüssigkeit zu, unterstützt damit die Nieren und das „Durchspülen“, gibt es eine hohe Chance, die Krankheit unter Kontrolle zu bringen, solange die Werte der „Platelets“ nicht unter eine bestimmte Grenze fallen. Meistens fällt dieser Wert dramatisch im Sturzflug, was zum Glück bei Henning nicht der Fall war. Hier fiel der Wert sehr langsam und er war dadurch wieder in den Griff zu bekommen. Fällt er weiter, beginnen die Patienten zu bluten – aus den Augen, der Nase, den Ohren, dem Mund und dann aus dem ganzen Körper. Dann ist es allerdings zu spät. Die meisten Erkrankten kommen zu spät, weil sie aus weit abgelegenen ländlichen Gebieten kommen, das Krankheitsbild nicht kennen und so auch nicht wissen, was zu tun ist. Wir hatten großes Glück und alles ist gut gegangen.Wahrscheinlich aufgrund des guten Immunsystems des Yogis Henning!</p>
<p>Im Krankenhauszimmer geht es zu wie im Taubenschlag. Alle Stunde (so kommt es mir jedenfalls vor) kommt irgend jemand herein: Schwestern bringen Medikamente, Cleaning Ladies kurven mit dem Feudel neugierig durchs Zimmer, die Augen mehr auf uns als auf den Boden gerichtet, andere bringen Essen, zwei andere Putzmänner kreuzen auf, der eine ist für das auf- und zumachen der Tür zuständig, der andere wischt irgendwie nicht ganz nachvollziehbar über die Polster der Möbel, wedelt an der Gardine rum und sprüht irgend ein Spray hinein, dann verschwinden sie. Dann kommen wieder zwei und schauen, ob im Bad alles abläuft. Und so weiter. Ich denke mir, dass das bestimmt ein besonderes Programm ist, zur Vollbeschäftigung einer Milliarde Inder. Vielleicht sollte unser Arbeitsminister einen längeren Indienaufenthalt einplanen und Hospitationen in verschiedenen Institutionen und Unternehmen einbauen! Da geht auf jeden Fall noch was&#8230;</p>
<p>Ich sitze Tag und Nacht am Krankenbett und verlasse das Zimmer aller höchstens, um in der Krankenhauskantine einen Tee zu trinken. Und ein Masala Dosa zu essen. Henning und ich werden in den ersten Tagen von Lakshmi, einer liebenswerten und bezaubernden Devotee vom Gurujii mit Essen versorgt. Sie kocht für uns und kommt dann mit einem Henkelmann voller Reis, Gemüsecurries und Leckereien ins Krankenhaus, wartet geduldig, bis wir aufgegessen haben, um dann die leeren Schüsseln wieder mit nach Hause zu nehmen. Als ich sie zum Tee in der Kantine einlade, kommen wir ins Gespräch, werden allerdings unterbrochen, von einer schönen alten Inderin. Sie schaut mich an, legt ihre Hände in Namaste und sagt irgend welche Dinge. Ich frage Lakshmi, was hier gerade passiert und sie antwortet: „She´s praysing You!“ Ich verneige mich vor der schönen alten Inderin, wir schauen uns kurz in die Augen und weg ist sie. Lakshmi erzählt mir in ihrem gebrochenen Englisch, wie sie zum Gurujii gefunden hat und wie wichtig die Spiritualität in ihrem Leben ist. Wir sitzen in der spärlichen, engen Kantine auf harten Stühlen und schlürfen heißen, süßen und würzigen Chai aus kleinen Plastikbechern. Später kommt noch ihr Mann zu Besuch ins Krankenhaus, einfach, um Hallo zu sagen. Er ist erfolgreicher Ingenieur, hat mit Spiritualität nichts am Hut. Lakshmi freut sich, dass er sie einfach das machen lässt, was sie möchte. Sie sagt:“His WORK is his GOD.“ Am nächsten Tag fährt mich sein Chauffeur durch die Gegend. Das erleichtert mir meine Erledigungen zu schaffen.Sonst nehme ich Rikshas, was jedes Mal scharfe Vorverhandlungen über den Fahrpreis mit dem Fahrer bedeutet, ebenso wie eine ziemliche Nähe am indischen Straßenverkehr und Hustenanfälle vom Staub und von den Abgasen.</p>
<p>Habe in der Zwischenzeit einige Kilos verloren. Da ich ansonsten auch nichts zu zusetzen habe und meine Hosen anfangen zu schlackern, kommen schon meine indischen Freunde und fordern mich auf, mehr zu essen. Ich denke mir, dass müssen DIE gerade sagen, selber solche „Hungerhaken“ &#8211; mache mir dann aber doch Gedanken, versuche mehr zu essen. Die Schärfe, immer Reis und Gemüse nützen nichts, es bleibt einfach nichts hängen und so richtig viele Kalorien beinhalten die Gerichte dann auch nicht&#8230;Ich sehe meine Rettung in einer tollen indischen Bäckerei – dort verschlinge ich fast unanständig ein Riesenstück Schwarzwälderkirschtorte!</p>
<p>Henning schläft viel und wenn er wach ist, leisten wir uns ganz großen Luxus und gucken TV! Dazu kommen wir ja in Deutschland immer nicht und jetzt gibt es nichts anderes zu tun. Unser Lieblingsprogramm ist die sogenannte Homebox. Hier werden immer Spielfilme gezeigt, mit unfassbar langen Werbepausen. Es gibt ungefähr fünf Werbefilme und die werden in unterschiedlichen Kombinationen wiederholt, was sich irgendwie schnell erschöpft. Mein neuester Lieblingskultfilm ist jetzt auf jeden Fall „Speedracer“ und ich nehme mir ganz fest vor, zu Hause das Computerspiel &#8211; dass es einfach geben MUSS &#8211; zu kaufen – am Besten mit Flatscreen und Luxuskonsole. Sehr unyogisch zugegebener Maßen. Doch es gibt in mir so ein paar Schattenseiten, die wollen einfach nicht belichtet werden. Ich gehe z.B. auch in Thailand  immer ins Stadion zum Thaiboxen und stehe, wenn erlaubt, spätestens nach dem 3. Kampf vorne am Ring, völlig außer Rand und Band&#8230;Damit das auch mal geklärt ist&#8230;</p>
<p>Henning geht es von Tag zu Tag besser. Er steht auf und geht zum Fenster – ein ziemlich gutes Zeichen. Beginnt wieder zu essen und über Szenen in „Kung-FU Panda“ zu lachen. Das macht mich glücklich und wir liegen zusammen gequetscht auf seinem Krankenbett und freuen uns. Die Schwestern scheuchen mich immer wieder runter, wenn sie herein kommen, eigentlich wissen sie, dass ich sobald sie draußen sind, sowieso wieder dort liegen werde. Nachts schlafe ich auf einer kleinen, harten Pritsche, ohne Decke. Aber ich habe ein großes Tuch, dass ich tagsüber über meiner indischen Tunika trage. Es ist riesig und so kann ich mich nachts damit zudecken.</p>
<p>Noch ein paar Tage und wir können raus hier – ich kann es kaum erwarten.</p>
<p>Inzwischen ist mein Nervenkostüm ein wenig angekratzt. Ich hoffe, dass sich das wieder legt. Überall sind Inder, ständig werde ich angegafft, angesprochen und kann nie unbeachtet irgend etwas machen&#8230;..normaler weise steckt man so was weg, ich schaffe das nicht im Moment. Möchte mich unsichtbar machen, ungesehen sein und einfach meine Sachen machen. Aber nein, keine Chance. Trotz Tunika, Tuch um den Kopf und Sonnenbrille&#8230;.</p>
<p><em>Text+Bild: Eva Maria Moog</em></p>
<p><strong><a href="http://www.ashtanga-berlin.de/" target="_blank">Yoga Shala</a> </strong></p>
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		<title>091211_3, Visakhapatnam</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Feb 2010 13:53:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Logbuch]]></category>

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		<description><![CDATA[<img class="alignleft" title="PUJA" src="../wp-content/uploads/2010/01/PUJA7_web.jpg" alt="PUJA" width="300" height="200" />Von der Puja und dem Entzücken geht es nun nach Hause, zurück durch die Apokalypse und die Slums. Unser Rikschafahrer wartet und wir machen uns mitten in der Nacht auf den Heimweg, was uns später noch eine Lehre sein soll. Nach ca. einer halben Stunde werden wir mitten im Nirgendwo von einem Motorradfahrer angehalten. Keine Uniform, er sieht ziemlich verwegen aus in seinen wehenden Tüchern und zerzausten Haaren.

<strong>
</strong>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-815" title="PUJA" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2010/01/PUJA7_web.jpg" alt="PUJA" width="300" height="200" /></p>
<p>Von der Puja und dem Entzücken geht es nun nach Hause, zurück durch die Apokalypse und die Slums. Unser Rikschafahrer wartet und wir machen uns mitten in der Nacht auf den Heimweg, was uns später noch eine Lehre sein soll. Nach ca. einer halben Stunde werden wir mitten im Nirgendwo von einem Motorradfahrer angehalten. Keine Uniform, er sieht ziemlich verwegen aus in seinen wehenden Tüchern und zerzausten Haaren. Mir fährt der Schreck in alle Glieder. Schnell stellt sich heraus, dass es ein Zivilpolizist ist. Um diese Zeit ist es unüblich unterwegs zu sein, jeder der sich jetzt herumtreibt, macht sich verdächtig. Große Diskussion mit dem Fahrer, es wird mit dem Swami lebhaft telefoniert und ich werde nervös. Ab und zu steckt der Polizist seinen Kopf in den Innenraum der Rikscha und sagt unverständliche Dinge. Plötzlich bemerke ich aus den Augenwinkeln, dass sich hinten die Plane hebt und zwei lange, tentakelartige Arme suchend im Kofferraum umherhangeln. Als ich mich umdrehe starren mich auch noch zwei große, bewegungslose Augen an. Reflexartig stoße ich einen Schrei aus, woraufhin der Polizei mit einem Satz nach hinten springt und im nächsten Moment rennen die Tetankelarme mit dem Rest des Körpers genauso hangelnd die Straße entlang und werden von der Dunkelheit verschluckt. Schluck&#8230;.mir fällt noch mehr das Herz in die Hose. Nach einigen Minuten können wir endlich weiterfahren, der Polizist bekommt 100 Rupies und wir sind nach einer weiteren knappen halben Stunde ohne Zwischenfälle zu Hause. Eins ist klar: Nachts besser nicht nach 2200h in der Gegend umherlaufen oder -fahren.</p>
<p>Zwei extreme Realitäten sind aufeinander geprallt, und das in kürzester Zeit &#8211; ich bin erschöpft und will nur noch ins Bett. Eine schnelle indische kalte Dusche muss aber noch sein, ich bin total verdreckt (indische Dusche heißt Wassereimer und Krug und sich übergießen, selbstverständlich mit kaltem Wasser) – der Schmutz der Straße wäscht schnell ab, die gelben Füße bleiben. Das Ritual lässt sich so schnell nicht abwaschen und die nächsten Tage laufe ich mit gelben Füßen in meinen Flip Flops durch die Stadt. <em>Text+Bild: Eva Maria Moog</em></p>
<p><strong><a href="http://www.ashtanga-berlin.de/" target="_blank">Yoga Shala</a> </strong></p>
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		<item>
		<title>091211_2, Visakhapatnam</title>
		<link>http://www.yogajournal.de/2010/02/08/reise-logbuch-a-passage-to-india-9/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 10:51:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Logbuch]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong><img class="alignleft" title="Abhishekam" src="../wp-content/uploads/2010/01/Abhishekam3_web.jpg" alt="Abhishekam" width="200" height="300" /></strong>Im Hausinneren ist alles sehr klein und eng und voller Menschen. Kinder, Frauen, Ältere und die Ayapa-Männer. Im mittleren Raum wird die Puja stattfinden, er ist wunderschön hergerichtet. Ein prachtvoller Altar mit den Gottheiten Ayapa, Ganesh und Lakshmi. Auf dem Boden streckt sich eine Zunge aus Bananenblättern, Blumen, Früchten und Öllampen im rechten Winkel vom Altar in den Raum. Wir sitzen drumherum soweit es geht, in allen anderen Räumen und an jeder freien Stelle sitzen und stehen Menschen. Auch hier übernimmt der Swami die Puja und eröffnet mit Ohm, Gesang und Rezitationen. Es ist eine Abhishekam Zeremonie, d.h. eine Gottheit wird mit Opfergaben geehrt, die über sie gegossen werden. Eine Tarpanas Zeremonie entspricht eine symbolischen Waschung, es wird nur Wasser verwendet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-811" title="Abhishekam" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2010/01/Abhishekam3_web.jpg" alt="Abhishekam" width="200" height="300" /></strong>Im Hausinneren ist alles sehr klein und eng und voller Menschen. Kinder, Frauen, Ältere und die Ayapa-Männer. Im mittleren Raum wird die Puja stattfinden, er ist wunderschön hergerichtet. Ein prachtvoller Altar mit den Gottheiten Ayapa, Ganesh und Lakshmi. Auf dem Boden streckt sich eine Zunge aus Bananenblättern, Blumen, Früchten und Öllampen im rechten Winkel vom Altar in den Raum. Wir sitzen drumherum soweit es geht, in allen anderen Räumen und an jeder freien Stelle sitzen und stehen Menschen. Auch hier übernimmt der Swami die Puja und eröffnet mit Ohm, Gesang und Rezitationen. Es ist eine Abhishekam Zeremonie, d.h. eine Gottheit wird mit Opfergaben geehrt, die über sie gegossen werden. Eine Tarpanas Zeremonie entspricht eine symbolischen Waschung, es wird nur Wasser verwendet. Abhishekam bedeutet den Einsatz von süßem Brei, Turmenic Brei, Zucker, Ghee, Blütenblätter, Honig u.a. All dies wird der Gottheit dargereicht, indem sie damit übergossen wird, dann wieder abgewaschen, dann mit der nächsten Gabe übergossen usw., bis alle Opfer dargebracht worden sind. Ist dies geschehen, wird sie feierlich neu eingekleidet, geschmückt, parfümiert und auf ihren ehrenvollen Altarplatz gesetzt, besungen und mit Feuer geweiht. Genau das passiert hier vor unseren Augen zu Ehren von Ayapa. Die zeremonielle Eröffnung für sich alleine ist schon eine sehr ausgedehnte Angelegenheit. Alle Teilnehmer werden namentlich integriert, Ort, Zeit usw. werden genauestens eingebracht, das gesamte Protokoll ist sehr anspruchsvoll. Bis es zum zeremoniellen Höhepunkt, dem Abhishekam kommt, durchläuft die Puja verschiedene Stadien. Am stärksten wird es, als der Trommler und die Sänger wieder ihre archaisch-ekstatischen Gesänge anstimmen. Dann werden nach und nach sämtliche Öllampen angezündet, was die gesamte Atmosphäre noch mystischer macht. Die Gesänge werden immer intensiver, immer mehr Flammen brennen und der gesamte Raum scheint sich komplett aufzuladen. Die Lampen rußen und qualmen, in kürzester Zeit ist es total verraucht, man kann kaum noch die Hand vor Augen sehen. (Irgendwie ist das Thema Luft, vor allem saubere Luft hier wirklich ein Thema&#8230;) Aber genug, um alles, was wichtig ist sehen zu können.</p>
<p>Ich habe plötzlich den Eindruck in eine Art „Zeitriss“ zu geraten und in einem uralten Ritual angekommen zu sein, so wie es vielleicht bereits vor tausenden von Jahren ähnlich stattgefunden haben könnte. Der Rhythmus des Gesangs und der Trommel ziehen mich vollends weg, ich sehe in leuchtende Augen und spüre Henning neben mir tanzen. Dann verschmelze ich mit allem, mit dem Ritual, dem Raum, der Musik, dem Rhythmus und mit allem – für einen gefühlt endlosen Moment. Lange genug, um das Gefühl zu haben, mit etwas besonderen in Berührung gekommen zu sein, dass schwer in Worte zu fassen ist.</p>
<p>Dann bin ich wieder Beobachterin und ein Stück weiter draußen, sehe um mich herum nur noch Hingabe und Freude. Ich schaffe es während der ganzen Puja Fotos und einige kurze Filmaufnahmen zu machen, was übrigens freudig zur Kenntnis genommen wird. Die Göttin wird durch rituelle Handlungen spirituell aufgeladen. Es ist ein Wechselspiel zwischen Innen und Außen, geben, bekommen, teilen, aufladen und eins werden, mit dem, was hier vor sich geht. Die äußere Handlung wird gleichzeitig zum inneren Erleben. Durch das rituelle Tun wird spirituelle Energie erzeugt und diese Energie fließt direkt wieder zurück an die Teilnehmer bzw. die Gemeinschaft und jeden Einzelnen darin. Auch hier ist der Übergang fließend: jeder ist individuell für etwas verantwortlich und steht für sich. Und jeder tut sein bestes, um die Puja zu vervollkommnen, sämtliche Intention geht in eine Richtung.</p>
<p>Irgendwann ist alles vorbei, es bleibt ein Glücksgefühl und gelöste Stimmung. Einige von den Ayapa-Männern nähern sich nun an und wir beginnen so gut es geht miteinander zu sprechen. Wir bekommen als abschließendes Festmahl gemeinsam mit dem Swami Reis, Hülsenfrüchte und Curries auf Tellern aus Bananenblättern. Mittlerweile habe ich es auch verstanden, ohne Besteck mit den Fingern zu essen und mich dabei nicht vollständig unelegant zu benehmen. Zu guter letzt gibt es noch ein Fotoshooting. Alle Inder, die wir bisher getroffen haben, lieben Fotoshootings. Mir ist es irgendwie immer etwas unangenehm und fast ein bißchen peinlich aber abschlagen will ich auch nicht. Entsprechend unentspannt sehe ich dann leider auch auf den Fotos aus. Egal. Ich schaue sie mir zukünftig einfach nicht an, die, auf denen ich drauf bin. <em>Text+Bild: Eva Maria Moog</em></p>
<p><strong><a href="http://www.ashtanga-berlin.de/" target="_blank">Yoga Shala</a> </strong></p>
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		<title>091211, Visakhapatnam</title>
		<link>http://www.yogajournal.de/2010/02/04/reise-logbuch-a-passage-to-india-8/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 12:06:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Logbuch]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong><img class="alignleft" title="Abhishekam" src="../wp-content/uploads/2010/01/Abhishekam1_web.jpg" alt="Abhishekam" width="300" height="200" /></strong>

Es stellt sich heraus, dass der Swami ein Zeremonienmeister ist. Er lädt uns ein, an einem Abhishekam teilzunehmen. Diese Einladung führt uns in einen anderen Stadtteil, in den Jai Durga Tempel „Malkapurum“. Mit der Autorikscha eine knappe Stunde von unserer Wohnung entfernt. Der Weg dorthin durchquert ein extrem apokalyptisches Industriegebiet, so etwas habe ich nie zuvor gesehen.

<strong>
</strong>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-808" title="Abhishekam" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2010/01/Abhishekam1_web.jpg" alt="Abhishekam" width="300" height="200" /></strong>Es stellt sich heraus, dass der Swami ein Zeremonienmeister ist. Er lädt uns ein, an einem Abhishekam teilzunehmen. Diese Einladung führt uns in einen anderen Stadtteil, in den Jai Durga Tempel „Malkapurum“. Mit der Autorikscha eine knappe Stunde von unserer Wohnung entfernt. Der Weg dorthin durchquert ein extrem apokalyptisches Industriegebiet, so etwas habe ich nie zuvor gesehen. Schwarzer, rußiger Dreck überall, Smog, dass man sich vermummen muss, um überhaupt weiter atmen zu können. Rechts und links entlang der Straße türmen sich riesige Fabrikanlagen und Raffinerien, mit kilometerlangen Förderbandanlagen. Vor und hinter uns LKWs, die schwarze Abgaswolken ausstoßen. Menschen laufen hier in der Gegend auch nicht so viele umher – wieso sollten sie auch. Irgendwann biegt der Fahrer links ab und kurvt in einem  Gassengewirr ständig links und rechts herum. Ich verliere nun komplett die Orientierung. Wir sind jetzt in einer Wohngegend, die aus kleinen Häusern und engen Gassen besteht. Abrupt halten wir vor einem Haus und sind wohl angekommen. Wir steigen aus. Bisher waren Tempel Tempel. Dieser ist tagsüber eine Garage und wird erst abends zum Tempel. Wir werden herein gewunken, vorher noch schnell Füße waschen. Drinnen ist es schummrig und ca. 30 rhythmisch klatschende und monotone Gesänge ausstoßende Männer mit nackten Oberkörpern stehen stampfend im Kreis. Es ist in etwa so, wie ich mir früher kultische Zusammenkünfte vorgestellt habe, nur noch viel mystischer und archaischer. Und extrem kraftvoll. An ihrer Kleidung erkenne ich, es sind Anhänger der Göttin Ayapa, sie stammt aus Kerala. Die Geschichte dahinter ist etwas ungewöhnlich, jedenfalls so, wie Kathi sie  mir erzählte (zu einer eingehenderen Recherche bin ich noch nicht gekommen, wird aber nachgeholt, für´s erste soll es so funktionieren): Vishnu verliebt sich nämlich in Shiva und um an ihn heran zu kommen, verwandelt er sich in die sehr attraktive Göttin Mohini. Die beiden bekommen schließlich ein Kind: Ayapa. Ihre Anhänger tragen grundsätzlich Schwarz, meistens schwarze Dutis (indische Tücher) über schwarzen Hosen und orange/rotfarbige Stirnsymbolik. Während der Zeremonie sind die Oberkörper unbekleidet und schön behängt mit verschiedenen Ketten. Wir werden sofort in den Kreis geholt, „Unser“ Swami sitzt vorne vor dem Altar und leitet offensichtlich die Zeremonie. Nach einiger Zeit ist es vorbei und wir ziehen als Trupp weiter zu einem anderen Haus. Hier findet eine große Puja statt. Schuhe aus und auf eine kleine Bank steigen. Unsere Füße werden von einigen Frauen gewaschen und während ich ins Haus gehe, sehe ich, dass sie komplett gelb eingefärbt sind, mit Turmenic.</p>
<p><strong><a href="http://www.ashtanga-berlin.de/" target="_blank">Yoga Shala</a> </strong></p>
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		<title>091207, Devipuram</title>
		<link>http://www.yogajournal.de/2010/01/25/reise-logbuch-a-passage-to-india-7/</link>
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		<pubDate>Mon, 25 Jan 2010 18:23:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Logbuch]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong><img class="alignleft" title="Homa" src="../wp-content/uploads/2010/01/Homa1.jpg" alt="Homa" width="300" height="200" /></strong>Wieder um 600h aufstehen, wieder ein Homa. Dieselbe wie gestern, sie findet jeden Morgen um dieselbe Zeit statt. Seit gestern habe ich meine Mantren gelernt, fast jedenfalls. Das Ritual ist etwas vertrauter, ich kann mich noch mehr darauf einlassen. Es hat in der letzten Nacht stark nachgewirkt und ich bin gespannt, was weiter passiert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-797" title="Homa" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2010/01/Homa1.jpg" alt="Homa" width="300" height="200" /></strong>Wieder um 600h aufstehen, wieder ein Homa. Dieselbe wie gestern, sie findet jeden Morgen um dieselbe Zeit statt. Seit gestern habe ich meine Mantren gelernt, fast jedenfalls. Das Ritual ist etwas vertrauter, ich kann mich noch mehr darauf einlassen. Es hat in der letzten Nacht stark nachgewirkt und ich bin gespannt, was weiter passiert.</p>
<p>Ein Schüler muss die Zeremonie unter den Adleraugen seiner Lehrerin durchführen. Er kommt immer wieder ins Stocken, vergisst Verse und zeigt Unsicherheiten. Seine Lehrerin ist streng und schlägt einige Male verzweifelt die Hände vorm Gesicht zusammen. Irgendwann klingelt ihr Handy und sie verschwindet für den (langen) Rest der Zeremonie. Ein etwas älterer und in den zeremoniellen Abläufen sicherer Inder ist auch dabei. Er übernimmt jetzt die Lehrerrolle. Mit der Zeit kommt alles in Schwung und die Zeremonie rollt fließend durch.</p>
<p>Abends erzählt mir Preehma, die strenge Lehrerin, ihre Geschichte. Sie hat über 20 Jahre in den USA gelebt und ist seit 15 Jahren mit Guruji in engen Kontakt. Seit 2005 lebt sie im Ashram, hat alles hinter sich gelassen und widmet ihr Leben voll und ganz der Spiritualität.</p>
<p><strong><a href="http://www.ashtanga-berlin.de/" target="_blank">Yoga Shala</a> </strong></p>
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		<title>091210, Visakhatpatnam</title>
		<link>http://www.yogajournal.de/2010/01/21/reise-logbuch-a-passage-to-india-6/</link>
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		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 14:03:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Logbuch]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong><img class="alignleft" src="../wp-content/uploads/2010/01/DEVI2_weg.jpg" alt="" width="300" height="200" /></strong>

Seit drei Tagen sind wir bereits wieder in Visakhapatnam, full on Citylife. Es ist heiß, staubig, eng, laut, nur zwischen Mitternacht und drei Uhr morgens ist es still. Nach drei Uhr singen die Anhänger der Göttin Ayapa ihre ekstatischen Lieder in den Morgen. Ich wache jeden Tag von ihnen auf und ich liebe diese Gesänge. Wir sind in der Wohnung von Guruji untergebracht, direkt neben dem Tempelzimmer. Täglich kommen Besucher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-800" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2010/01/DEVI2_weg.jpg" alt="" width="300" height="200" /></strong>Seit drei Tagen sind wir bereits wieder in Visakhapatnam, full on Citylife. Es ist heiß, staubig, eng, laut, nur zwischen Mitternacht und drei Uhr morgens ist es still. Nach drei Uhr singen die Anhänger der Göttin Ayapa ihre ekstatischen Lieder in den Morgen. Ich wache jeden Tag von ihnen auf und ich liebe diese Gesänge. Wir sind in der Wohnung von Guruji untergebracht, direkt neben dem Tempelzimmer. Täglich kommen Besucher. Es werden Rituale gemacht, zwischendurch telefoniert, am Computer gearbeitet, Daten ausgetauscht, diskutiert. Ein offenes Haus, immer bereit, Gäste zu empfangen. Die Grenze zwischen Spiritualität und Alltag ist fließend. Es ist eher so, dass die Spiritualität in und überall ist, die alltäglichen Angelegenheiten werden dabei fast nebenbei erledigt. Ihnen wird nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt. Wir haben Guruji unsere Fragen aufgeschrieben, er bat uns darum, um uns lehren zu können. Er möchte da ansetzen, wo wir stehen. Daraus wird ein Interview, mit Film- und Tonaufnahmen. Henning hat den Nebenjob, Bilder der Chakren für eine Animation in einem Grafikprogramm zu bearbeiten.</p>
<p>Von einem Swami haben wir eine erste Puja gelernt: Ganapti Tarpanas, eine Ganesh Waschung. Ein rhythmisch-mathematischer Versaufbau aus den 28 Silben des Ganapati Mantras ist die Basis, die weitere Formel ergibt sich aus aus der Kombination des Mantras mit weiteren neuen Versteilen sowie dem Einsatz der einzelnen Silben (Bijaksharas) in Kombination mit dem Mantra usw. Eine kleine Pyramide aus Tumericpaste symbolisiert Ganapati, sie wird auf ein Bethelblatt gestellt und das sich stets wiederholende Wort „Tarpayami“ ist das Signal für das Übergießen der Pyramide mit Wasser. Ein kleiner Löffel wird dafür mit Wasser gefüllt und man lässt das Wasser zwischen Mittel- und Ringfinger über die Pyramide fließen. Irgendwann löst sie sich auf. Dieses Tarpanas dauert ca. eine Stunde, in indischer Geschwindigkeit. Feuer und Wasser sind nun also präsent. Was kommt als nächstes? Fest steht, wir sind hier in einem tantrischen Devi-Kult in der Kaula Tradition gelandet. Was auch vorher schon klar war, doch langsam lüftet sich, was darin steckt. Bisher wurden uns in kurzer Zeit einige Rituale gezeigt. Aus weiteren Unterhaltungen wird deutlich, dass es noch viel weitreichendere Praktiken gibt.</p>
<p>Der Swami ist jeden Tag hier. Wir können ihn alles fragen, spirituelles  (Pujas, Mantren, Mudras,  Bajans usw.) und alltägliches (z.B. wo ist die nächste Wäscherei oder wo gibt es die beste Chaibude). <em>Text+Bild: Eva Maria Moog</em></p>
<p><a href="http://www.ashtanga-berlin.de" target="_blank"><strong><em>Yoga Shala</em></strong></a></p>
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		<title>2091206, Devipuram</title>
		<link>http://www.yogajournal.de/2010/01/18/reise-logbuch-a-passage-to-india-5/</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Jan 2010 10:51:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Logbuch]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong><img class="alignleft" title="HomaFire2" src="../wp-content/uploads/2010/01/HomaFire2.jpg" alt="HomaFire2" width="300" height="200" /></strong><strong> </strong>Sechs Uhr aufstehen, schnelle indische Dusche und weiter in die Kamakhya Shala zur ersten Homa, einer Feuerzeremonie zu Ehren Ganapatis (Ganesh) und Rudras (Shiva). Bis 0845h, dann Frühstück und um 1030h geht es weiter zur zweiten Zeremonie, der Chendi Homa, fast drei Stunden. Die Kamakhya Shala ist ein domartiger Kuppelbau, ca. 3m hoch und 10m im Durchmesser. Sie liegt im Südosten der Tempelanlage, diese steht symbolisch für Agni, Feuer.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-794" title="HomaFire2" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2010/01/HomaFire2.jpg" alt="HomaFire2" width="300" height="200" /></strong>Sechs Uhr aufstehen, schnelle indische Dusche und weiter in die Kamakhya Shala zur ersten Homa, einer Feuerzeremonie zu Ehren Ganapatis (Ganesh) und Rudras (Shiva). Bis 0845h, dann Frühstück und um 1030h geht es weiter zur zweiten Zeremonie, der Chendi Homa, fast drei Stunden. Die Kamakhya Shala ist ein domartiger Kuppelbau, ca. 3m hoch und 10m im Durchmesser. Sie liegt im Südosten der Tempelanlage, diese steht symbolisch für Agni, Feuer. Eine aus Backsteinen gemauerte Feuerstelle befindet sich am Ende der Shala gegenüber des Eingangs. Sie ist mit weißer Kreide, sowie gelben und roten Farbpigmenten ornamental und symbolisch verziert.</p>
<p>Im Raum verteilt befinden sich verschiedene geometrische Objekte, ebenfalls aus demselben Stein gemauert. Auf dem Boden sind verschiedenste rituelle Gegenstände fein säuberlich aufgereiht: Schalen mit Puffreis, Reiskörnern, Blüten, duftendem Wasser, Ghee, Rituallöffel, Räucherwerk, Öllampen usw. Wir nehmen um die Feuerstelle herum auf Strohmatten Platz und das Feuerritual beginnt.Unzählige Sanskrit Verse werden in einer nicht mehr nachvollziehbaren Geschwindigkeit in  monothonen Rhythmen gesungen. Bestimmte Worte verlangen die Opfergaben, in diesen Momenten werden Reiskörner und Puffreis von allen Beteiligten in kleinen Mengen auf rituelle Weise immer wieder ins Feuer geworfen. Mit der Zeit verfalle ich in eine leichte Trance, die sich zwischen einem nährenden und einem transformativen  Empfinden abwechselt. Einmal nähre ich das Feuer mit den anderen gemeinsam, wir füttern es buchstäblich und damit eine bestimmte Energie. Dann sind es wiederum Gefühle die auftauchen, Bilder und Erlebnisse. Viele von ihnen sind unangenehm, Trauer, Zweifel, Ängste usw. Mit jeder dem Feuer gegebenen Opfergabe überlasse ich diese Gefühle und Empfindungen den Flammen, verbrenne sie und spüre wie sie sich auflösen. Alles wird zu hitziger Glut und ich werde leerer und leerer&#8230;gleichzeitig vollständig ruhig und komplett.</p>
<p>Rund fünf Stunden Puja und jede Menge Feuerrauch. Für heute scheint es erstmal genug zu sein.</p>
<p>Wir essen in einer niedrigen Hütte. Schon morgens um 700h knistert in einer sehr, sehr einfachen  Küche der Holzofen, der Koch bereitet die Gerichte für den Tag vor. Morgens gibt es eine Art Hirsebrei, Mittags Reis mit verschiedenen Gemüsen und Chutneys, abends wieder Reis mit Gemüse und verschiedenen pikanten Soßen-immer scharf bis sehr scharf. Zum Löschen wird selbst hergestellter Yoghurt gereicht.</p>
<p>Als Teesüchtige stehe ich gerne im Türrahmen der Küche und bitte den Koch um etwas Chai. Meistens hat er welchen auf dem Herd. Es schmeckt köstlich. <em>Text+Bild: Eva Maria Moog</em></p>
<p><strong><a href="http://www.ashtanga-berlin.de/" target="_blank">Yoga Shala</a> </strong></p>
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		<title>091205, Rushikonda Beach, Devipuram</title>
		<link>http://www.yogajournal.de/2010/01/13/reise-logbuch-a-passage-to-india-4/</link>
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		<pubDate>Wed, 13 Jan 2010 15:35:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Logbuch]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong><img class="alignleft" title="Shri Vidya" src="../wp-content/uploads/2010/01/ShriVidya_Inside091206.jpg" alt="Shri Vidya" width="300" height="200" /></strong>

Auschecken vom Hotel am Rushikonda Beach, wir steuern heute unser erstes großes und ersehntes Ziel an: den ASHRAM DEVIPURAM! 35 Kilometer außerhalb von Vishakaphatnam gelegen, befindet sich dieser einzigartige Ashram. Zu Ehren Lalitha Tripura Sundaris von Guruji Amrita Ananda in den 80ern erbaut, ist seine Tempelanlage einzigartig.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-769" title="Shri Vidya" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2010/01/ShriVidya_Inside091206.jpg" alt="Shri Vidya" width="300" height="200" /></strong>Auschecken vom Hotel am Rushikonda Beach, wir steuern heute unser erstes großes und ersehntes Ziel an: den ASHRAM DEVIPURAM! 35 Kilometerm außerhalb von Vishakaphatnam gelegen, befindet sich dieser einzigartige Ashram. Zu Ehren Lalitha Tripura Sundaris von Guruji Amrita Ananda in den 80ern erbaut, ist seine Tempelanlage einzigartig. Gegen 12h Mittags kommen wir an. Bekommen sofort ein Zimmer in der „Sri Villa“ vor deren Eingag ein Brunnen in der Form des Bala Yantras steht. Uns wird gesagt, der Guruji erwarte uns, womit wir nicht gerechnet hatten. Wir erreichen sein Haus, vor dem er mit seiner Frau sitzt und uns mit einem einladenden Lächeln empfängt.</p>
<p>Ebenfalls gerade angekommen sind Kathi, Metro und ihre kleine Tochter Yasmine, eine Familie aus Conneticut/USA. Kathi praktiziert in einem verwandten Sri Vidya Tempel in NY und weiß einiges über Devipuram und Guruji zu berichten. Sie führt uns zunächst herum, zeigt uns große Teile der Anlage und erzählt dabei die Entstehungsgeschichte Devipurams. Sie basiert auf einer Vision Gurujis. Wir stehen exakt an der Stelle, wo er 1981 meditierte und an der jetzt das Kamakhya Peetham steht. Eine weitere Tempelanlage gegenüber des Sri Vidya Tempels. Er hatte hier eine Vision, die ihn dazu brachte Devipuram zu bauen: Sie erschien ihm zunächst als Feuerball, woraufhin aus ihm ebenfalls Flammen zu treten schienen und Menschen erschienen, die ihn mit einem Homa (Feuerritual) bedachten. Devi riet ihm, genau unter der Stelle auf der er in seiner Meditation saß, zu graben: Er tat es und zum Vorschein kam ein „Meru“ aus Metall – ein eindeutiges Indiz, dass hier in früheren Zeiten bereits Rituale zu Ehren Devis stattgefunden haben mussten bzw. ein Lalitha Kult aktiv gewesen sein musste. Unter „Meru“ ist hier ein dreidimensionales Sri Yantra zu verstehen. Er vergrub es wieder und baute im folgenden „Kamakhya Peetham“, einen Yoni-Tempel und darüber einen Shiva Layam Tempel. Symbolisch sind es Mutter und Vater aus denen wiederum der Sri Vidya Tempel in  Devipuram entstand. Der Shiva Layam Tempel beherbergte vor vielen Jahren einen Riesenlingam, welcher aus einer Yoni hervorkam, sie nicht, wie sonst üblich, penetrierte.</p>
<p>Seine realistische Darstellung und sein symbolischer Gehalt entfachte über 10 Jahre große Aufregung bis ziemlichen Ärger über diese „Obszönität“ unter anderen Hindis und Gläubigen. Nach langen Jahren der Konfrontation hielt es der Guruji nicht mehr aus und eines Tages  zerschlug er den Lingam. Im Traum erschien ihm Devi und fragte, was er denn da gemacht habe. Nun müsse er aus den drei Teilen, in die der Lingam zersprungen war, drei neue bauen. Da Devi Gurujis göttliche Anweiserin ist, tat er wie ihm geheißen wurde. Nun gibt es drei Lingams: im Shiva Layam einen in den Boden getriebenen Lingam. Von oben sieht er nun aus wie ein Auge. Versteckt um die Ecke steht ein weiterer, schöner und anspechender Lingam, Anandabairava.  Der dritte befindet sich im Devitempel, ragt dort standhaft vor einer Göttin, Sarira Akarshini, in die Höhe. Eine weitere Vision mit Devis Anweisungen führte Guruji weiter und auf Grund dieser Vision baute er schließlich den Sri Vidya Tempel für Devi in Form eines dreidimensionalen Yantras, bewohnt von lebensgroßen, zumeist nackten und mit Schmuck ausgestatteten Devis.</p>
<p>Noch am selben Abend bekommen wir im Tempel unsere erste Lektion. Bevor Amrita Ananda Guruji den Ashram erbaute, war er als promovierter Atomphysiker tätig. Was zur Folge hat, dass wir in unserer Unterweisung zu einen wissenschaftlichen Abstecher in die Quantenmechanik abgeholt wurden. Um schließlich von dort wieder Verknüpfungen und Schnittmengen mit dem Sri Yantra und seinem Aufbau zu erfahren. Raum, Zeit und Masse oder Vishnu (Erhalt), Shiva (Bewegung) und Brahma (Materie). Alles entsteht aus einem Punkt, dem Bindu, im Zentrum des Yantra. Ohne Raum und Zeit ist Materie nicht vorhanden usw-&#8230;nur kurze Stichpunkte, sie auszuformulieren ist der Stoff für ein Buch. Nach diesem Exkurs werden uns drei Mantren übertragen und es kommt das Angebot, die nächsten 2-3 Wochen in seiner Nähe zu bleiben und zu lernen! Da gibt es kein Zögern und es ist klar: wir bleiben! <em>Text+Bild: Eva Maria Moog</em></p>
<p><a href="http://www.ashtanga-berlin.de/" target="_blank"><strong></strong></a><strong><a href="http://www.ashtanga-berlin.de/" target="_blank">Yoga Shala</a> </strong></p>
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