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	<title>Yoga Journal &#187; Inspiration</title>
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		<title>Vielen Dank für die vielen Fotos!</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 11:43:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Inspiration]]></category>

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		<description><![CDATA[<a rel="attachment wp-att-4847" href="http://yogajournal.de/?attachment_id=4847"><img class="alignleft size-medium wp-image-4847" title="AndreaMehnert-Lange" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2012/02/AndreaMehnert-Lange-300x168.jpg" alt="AndreaMehnert-Lange" width="270" height="151" /></a>In der Januar/Februar-Ausgabe 2012 hatten wir Sie gebeten, uns Ihre schönsten Yogafotos zu schicken. Geplant war ursprünglich, sie auf unseren OM-Seiten zu platzieren. Um das Mengenausmaß an dieser Stelle klar zu machen: Wir hatten mit einer handvoll Bilder gerechnet...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-4847" href="http://yogajournal.de/2012/02/01/vielen-dank-fur-die-vielen-fotos/andreamehnert-lange/"><img class="alignleft size-medium wp-image-4847" title="AndreaMehnert-Lange" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2012/02/AndreaMehnert-Lange-300x168.jpg" alt="AndreaMehnert-Lange" width="300" height="168" /></a>Yoga inspiriert und begleitet Menschen in allen Lebenslagen. Yoga hat sich so sehr in unser Leben integriert, dass wir ihn so oft wie möglich erleben wollen. Und weil wir neben der Yogamatte kaum weitere Ausrüstung brauchen, ist er uns ein praktischer Reisebegleiter, den man überall mitnehmen kann. Für uns in der Redaktion ist es deshalb natürlich besonders spannend zu erfahren, wo Sie, liebe Leser, Yoga praktizieren. In der Januar/Februar-Ausgabe 2012 hatten wir Sie gebeten, uns Ihre schönsten Yogafotos zu schicken. Geplant war ursprünglich, sie auf unseren OM-Seiten zu platzieren. Um das Mengenausmaß an dieser Stelle klar zu machen: Wir hatten mit einer handvoll Bilder gerechnet&#8230;</p>
<p>Dass wir dann aber gleich SO viele Fotos zugesandt bekommen haben, hat uns nicht nur unendlich gefreut und das Verwalten des Redaktions-Email-Accounts versüßt, sondern uns erstmal vor eine grafische Herausforderung gestellt: Sollten wir nun in jeder Ausgabe ein paar dieser Bilder veröffentlichen? Oder sie vielleicht nach Themen wie Strand oder Stadt ordnen?</p>
<p><strong><a rel="attachment wp-att-4846" href="http://yogajournal.de/2012/02/01/vielen-dank-fur-die-vielen-fotos/kristinahohage2/"><img class="size-medium wp-image-4846 alignright" title="KristinaHohage2" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2012/02/KristinaHohage2-300x225.jpg" alt="KristinaHohage2" width="300" height="225" /></a><a rel="attachment wp-att-4848" href="http://yogajournal.de/2012/02/01/vielen-dank-fur-die-vielen-fotos/elisabethblassing3/"><img class="alignleft size-medium wp-image-4848" title="ElisabethBlässing3" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2012/02/ElisabethBlässing3-300x225.jpg" alt="ElisabethBlässing3" width="300" height="225" /></a><a rel="attachment wp-att-4849" href="http://yogajournal.de/2012/02/01/vielen-dank-fur-die-vielen-fotos/hildegardnitsche/"><img class="size-medium wp-image-4849 alignright" title="HildegardNitsche" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2012/02/HildegardNitsche-300x200.jpg" alt="HildegardNitsche" width="300" height="200" /></a><a rel="attachment wp-att-4850" href="http://yogajournal.de/2012/02/01/vielen-dank-fur-die-vielen-fotos/tommywundererundlaura_malaysiamonkeybay/"><img class="alignleft size-medium wp-image-4850" title="TommyWundererUndLaura_MalaysiaMonkeyBay" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2012/02/TommyWundererUndLaura_MalaysiaMonkeyBay-300x199.jpg" alt="TommyWundererUndLaura_MalaysiaMonkeyBay" width="300" height="199" /></a></strong></p>
<p>Nun, wir haben uns letztendlich dafür entschieden, Ihnen gleich zwei volle Seiten zu widmen. Besonders fasziniert waren wir, wie viel Leidenschaft Sie in diesen Aufnahmen gesteckt haben. Und welch Vielfalt an Yogaorten wir vorgestellt bekommen haben! Ob nun Yoga im Dschungel, am Strand, hoch oben in den Bergen, vor dem Kolosseum in Rom, oder in der Küche – Sie waren überall.</p>
<p>Hiermit möchten wir uns ganz herzlich bei Ihnen für die vielen Einsendungen und netten Zeilen bedanken. Natürlich haben wir auch wieder viele Anregungen erhalten und nette Geschichten erfahren:  Stefanie aus Berlin zum Beispiel hatte die Idee, Asanas am Ort der Bezeichnung vorzuführen. Somit schickte sie uns ein Bild, auf dem sie im Vrkshasana (Baum) vor dem Namensgeber steht. Von der Kobra neben der Kobra wolle sie allerdings Abstand nehmen&#8230;</p>
<p>Wir wünschen Ihnen jetzt schon viel Spaß beim Lesen und Bildchen-Ansehen der nächsten Ausgabe (Erscheinungsdatum 17.Februar) und vielleicht inspiriert sie ja das eine oder andere Bild für die nächste Urlaubsidee?</p>
<p>Alles Liebe und OM Shanti, die Redaktion</p>
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		<title>Tierliebe ist ansteckend</title>
		<link>http://www.yogajournal.de/2011/10/21/tierliebe-ist-ansteckend/</link>
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		<pubDate>Fri, 21 Oct 2011 15:04:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Inspiration]]></category>

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		<description><![CDATA[<img class="alignleft size-medium wp-image-4375" title="image002" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2011/10/image002-300x195.jpg" alt="image002" width="270" height="176" />

Die beste Methode, um sich geschmackvoll zu kleiden und Tieren kein Leid zuzufügen, ist natürlich, Pelz ganz und gar zu meiden. Die Tierrechtsorganisation <a href="http://www.peta.de/" target="_blank">PETA</a> setzt allerdings noch einen drauf: Und zwar den Anti-Pelz-Button!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-4375" title="image002" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2011/10/image002-300x195.jpg" alt="image002" width="300" height="195" /></p>
<p>Die beste Methode, um sich geschmackvoll zu kleiden und Tieren kein Leid zuzufügen, ist natürlich, Pelz ganz und gar zu meiden. Die Tierrechtsorganisation <a href="http://www.peta.de/" target="_blank">PETA</a> setzt allerdings noch einen drauf: Und zwar den Anti-Pelz-Button!</p>
<p>Haben Sie vom &#8220;<a href="http://www.dailymotion.com/video/xl9uet_west-hollywood-fur-ban-celebrated_lifestyle" target="_blank">West Hollywood Fur Ban</a>&#8221; gehört? Die sonnige Filmmetropole am Pazifik ist seit dem 20. September 2011 die erste amerikanische Stadt, die per Gesetz den Verkauf von Pelzwaren komplett verbietet. Ein Meilenstein in der Geschichte im Kampf gegen das Tragen von Tierfell! Auch in unserer neuen Ausgabe 06/2011 finden Sie auf Seite 48  den Artikel &#8220;Auf den Pelz gerückt&#8221;, aus dem Sie weitere Informationen zur Pelzdiskussion entnehmen können.</p>
<p>Es ist wichtig, Kinder schon früh an tierfreundliche Kleidungsalternativen heranzuführen. Daher wirbt PETAkids, das Kinder- und Jugendportal der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V, mit zwei aussagekräftigen Accessoires: einem Anti-Pelz-Anstecker und einem &#8220;Alle Tiere wollen leben&#8221;-Aufkleber. <img class="alignright size-full wp-image-4376" title="image001" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2011/10/image001.jpg" alt="image001" width="155" height="155" /></p>
<p>Verlost werden 50 Sets, bestehend aus einem Anstecker und zwei Aufklebern. Senden Sie einfach eine E-Mail an info@petakids.de mit dem Betreff „Button“. Einsendeschluss ist der 19.November 2011 und <a href="http://www.petakids.de/button" target="_blank">hier</a> geht&#8217;s direkt zum Gewinnspiel.</p>
<p>Viel Glück und auf einen pelzfreien Winter!</p>
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		</item>
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		<title>Lernen von den Göttern</title>
		<link>http://www.yogajournal.de/2011/09/01/lernen-von-den-gottern-5/</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 13:09:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Inspiration]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong>Den richtigen Surflehrer finden</strong>

Mit nur vier Worten beschreibt Patanjali zu Beginn seiner Yoga Sutras das Wesen des Yoga. Unsere Aufgabe besteht darin herauszufinden, was er damit eigentlich meint.

<strong><em></em></strong>Wenn man mich fragt, ob ich einen Guru habe, antworte ich meistens: Mindestens zwei. In traditionellen Yoga-Schulen disqualifiziert mich so eine Antwort sofort. Denn den alten Schriften nach ist Befreiung nur durch die Gnade EINES erleuchteten Meisters zu erlangen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Den richtigen Surflehrer finden</strong></p>
<p><strong><em>Mit nur vier Worten beschreibt Patanjali zu Beginn seiner Yoga Sutras das Wesen des Yoga. Unsere Aufgabe besteht darin herauszufinden, was er damit eigentlich meint.</em></strong></p>
<p>Von Ralf Sturm</p>
<p>Wenn man mich fragt, ob ich einen Guru habe, antworte ich meistens: Mindestens zwei. In traditionellen Yoga-Schulen disqualifiziert mich so eine Antwort sofort. Denn den alten Schriften nach ist Befreiung nur durch die Gnade EINES erleuchteten Meisters zu erlangen. Man sollte nicht zwischen verschiedenen Lehrern hin- und herspringen. Ich stimme dieser Meinung eigentlich zu. Zumindest was den Aspekt der Gnade angeht. Es lohnt sich darüber nachzudenken, ob man sich Freiheit erarbeiten und erkämpfen muss – oder ob sie ein Zustand ist, den man einfach erkennt, wie eine Art Geschenk.</p>
<p>Es kann hilfreich sein, von vielen verschiedenen Lehrern zu lernen. So kommt man schließlich zu seiner eigenen Erkenntnis. Die Auseinandersetzung mit einem alten, vielzitierten Text wie dem Yoga Sutra macht das deutlich. Patanjali hat seine Erklärung des Yogaweges in 195 knappen Sätzen zusammengefasst, die jeder Lehrer ein klein wenig anders übersetzt. Jede Sutra ist nur ein „Leitfaden“, der aufgrund der zahlreichen Bedeutungen eines Sanskritwortes stets auch einer Interpretation bedarf. Anhand der Worte, die ein Lehrer wählt, um das Wesen des Yoga zu erklären, kann man erkennen, wo er selber steht, und ob man diesem Weg folgen möchte.</p>
<p>Die vier wohl berühmtesten Worte im Yoga lauten:</p>
<p><em>Yogash citta vrtti nirodhah</em>. (YS I,2)</p>
<p>Das Wort<em> citta</em> wird oft mit „Geist“ übersetzt, <em>vrtti</em> entspricht in etwa dem Prinzip der Bewegung oder Wellen. Interessant wird es bei dem, was <em>nirodhah</em> bedeutet. Wie kommt denn die Stille in den Geist? Oder: Wie lernt man auf den Wellen zu surfen?</p>
<p>Eine der ersten Übersetzungen, die mir auf meinem Weg begegnete, war der Kommentar von Swami Vishnu-devananda, einem Schüler Swami Sivanandas. Er interpretierte die vier Worte auf sehr aktive Weise:</p>
<p><em>Yoga ist das Zur-Ruhe-Bringen der Gedanken im Geist.</em></p>
<p>Ich habe das ehrlich gesagt nicht lange versucht. Denn ich war nicht sehr erfolgreich darin, meine Gedanken zu beruhigen. Und ich musste ja auch dabei scheitern, einen Zustand der Ruhe auf aktive Weise herstellen zu wollen, da gerade dieser Wille in sich schon wieder eine Welle im Geist bedeutet. Glücklicherweise hatte ich schnell eine Lehrerin gefunden, die mich beiseite nahm und sagte: „Es ist okay, erstmal einfach nur auf dem Kissen zu sitzen.“ Da sie ebenfalls eine Schülerin von Vishnu-devananda war, konnte ich dem alten Inder seine etwas rabiate Übersetzung verzeihen. Den aktiven Teil kann ich heute darin sehen, dass ich mich entscheide, mir überhaupt Zeit für die Meditation zu nehmen. Diese Entscheidung allein ist bereits etwas, das mich dem Zustand, den ich mir so sehr wünsche, näher bringt.</p>
<p>Irgendwann fiel mir dann ein Buch mit dem einfachen Titel „Die Wurzeln des Yoga“ in die Hände. Der Autor dieses Buches war so bescheiden, dass die Umschlagseite nicht einmal seinen Namen trägt. Man kann bei ihm lesen:</p>
<p><em>Yoga ist jener innere Zustand, in dem die seelisch-geistigen Vorgänge zur Ruhe kommen.</em></p>
<p>In diesen Worten habe ich mich aufgehoben gefühlt. Deshpande (den Namen findet man dann doch kurz im Vorwort notiert) legt in seinem Kommentar viel Wert auf den Aspekt der Freiheit. Damit meint er nicht die Möglichkeit zu tun, was immer man möchte, sondern die Freiheit „nicht zu wählen“. Man sitzt und schaut einfach nur darauf, was geschieht, ohne einzugreifen und bestimmte Gedankenwellen abzulehnen. Das schließt auch mit ein, dass man nicht wiederum andere geistige Zustände begrüßt. Ich bin immer wieder peinlich berührt, wenn mir Leute erzählen, was für „tolle Meditationserfahrungen“ sie hatten.</p>
<p>Die Kolumne hätte hier schon zu Ende sein können, wenn mir nicht ein Kollege vor wenigen Tagen ein Buch von I.K. Taimni in die Hand gedrückt hätte, mit den Worten: „Wenn Du über Patanjali schreibst, dann ist das hier die Referenz.“ Ich schlug die zweite Sutra auf und wusste beim ersten Lesen der Übersetzung nicht, ob ich lachen oder weinen sollte:</p>
<p><em>Yoga ist die Unterdrückung der Modifikationen der Psyche.</em></p>
<p>Auch wenn Taimni einer der führenden Sanskrit-Gelehrten war, kann ich mir nicht vorstellen, dass mehr als drei Leserbriefe kommen, die sagen: „Genau das ist für mich Yoga.“ Ein genaueres Hinschauen kann einen aber auch mit dieser Übersetzung versöhnen. In seinem Kommentar gebraucht er nämlich auch das Wort „Zurückhaltung“ als mögliche Übersetzung. Das klingt wieder mehr nach Freiheit. Ich habe schließlich T. K. V. Desikachar aus dem Regal geholt, dessen Patanjali-Übersetzung gleich mit „Über Freiheit und Meditation“ betitelt ist. Er bemüht sich gar nicht erst um eine wörtliche Übersetzung, sondern versucht uns zu zeigen, was man sich tatsächlich erarbeiten kann (womit wir beinahe wieder bei der ersten Variante sind):</p>
<p><em>Yoga ist die Fähigkeit, sich ausschließlich auf einen Gegenstand, eine Frage oder einen anderen Inhalt auszurichten und in dieser Ausrichtung ohne Ablenkung zu verweilen.</em></p>
<p>Es bleibt also am Ende für uns selbst immer noch das Rätsel zu lösen, wie viel wir im Yoga aktiv erreichen können, und was wir einfach geschehen lassen. Mir hat es gut getan, mir den Weg der Meditation von verschiedenen Seiten anzuschauen, um sicher zu werden, dass es am Ende immer auf das Eine hinaus läuft. Jeder Surflehrer hat ein paar andere Tricks aus seiner persönlichen Erfahrung, die er mit uns teilen kann. Man kann von jedem etwas lernen.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Ralf Sturm lebt und arbeitet im Yoga Vidya-Seminarhaus in Bad Meinberg.</em></p>
<p style="text-align: right;"><em><br />
</em></p>
<p><em>*Übersetzungen entnommen aus</em></p>
<p><em>Swami Vishnu-devananda, Meditation und Mantras 1997</em></p>
<p><em>P.Y. Deshpande, Die Wurzeln des Yoga, 2010</em></p>
<p><em>I.K. Taimni, Die Wissenschaft des Yoga, 2006</em></p>
<p><em>T.K.V. Desikachar, Über Freiheit und Meditation, 2006</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>„Die Gedanken machen unglücklich – nicht das Leben selbst“</title>
		<link>http://www.yogajournal.de/2011/07/26/%e2%80%9edie-gedanken-machen-unglucklich-%e2%80%93-nicht-das-leben-selbst%e2%80%9c/</link>
		<comments>http://www.yogajournal.de/2011/07/26/%e2%80%9edie-gedanken-machen-unglucklich-%e2%80%93-nicht-das-leben-selbst%e2%80%9c/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 26 Jul 2011 11:32:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Inspiration]]></category>
		<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small;"><em><img class="alignleft size-full wp-image-4093" title="patrick-broome" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2011/07/patrick-broome1.jpg" alt="patrick-broome" width="126" height="126" /></em></span><span style="font-size: x-small;"><em>2009  erkrankte Patrick Broome an einer chronischen Leukämie, die ihn  vorübergehend „in seinen Grundfesten erschütterte“. Ist eine Krankheit  ein Hindernis für die spirituelle Entwicklung? Wir sprachen mit dem  bekannten Jivamukti Yogalehrer über die Bedeutung von Gesundheit, über  Psychotherapien und über das, was wirklich im Leben zählt. </em></span>

<span style="font-size: x-small;"> </span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: medium;"><strong> </strong></span><span style="font-size: x-small;"><em>2009 erkrankte Patrick Broome an einer chronischen Leukämie, die ihn vorübergehend „in seinen Grundfesten erschütterte“. Ist eine Krankheit ein Hindernis für die spirituelle Entwicklung? Wir sprachen mit dem bekannten Jivamukti Yogalehrer über die Bedeutung von Gesundheit, über Psychotherapien und über das, was wirklich im Leben zählt.</em></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><em><img class="alignleft size-full wp-image-4093" title="patrick-broome" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2011/07/patrick-broome1.jpg" alt="patrick-broome" width="300" height="300" /></em></span><span style="font-size: x-small;"><strong>YOGA JOURNAL: Patrick, vor zwei Jahren erhieltest du die Nachricht, dass du Krebs hast. Unglücklicherweise genau an dem Tag, an dem dein Sohn zur Welt kam. Kam die Diagnose völlig überraschend – ode</strong></span><span style="font-size: x-small;"> </span><span style="font-size: x-small;"><strong>r hatte sie sich vorher angekündigt?</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"> </span><span style="font-size: x-small;">PATRICK BROOME: Die endgültige Diagnose erhielt ich am 6. August 2009, als ich zwischen zwei Wehen meiner Frau kurz aus dem Kreißsaal gegangen bin, um meinen Arzt zurückzurufen. Der Verdacht wurde aber bereits vor zwölf Jahren geäußert. Da wurde mir ein Lymphknoten entfernt, in dem ein paar Krebszellen gefunden wurden. Schon seit zehn, 15 Jahren waren meine Lymphknoten angeschwollen. Ich wurde immer schwächer und müder und bekam immer mehr Allergien. Im Nachhinein weiß man, dass das alles bereits Vorboten der Krankheit waren. Eine chronische Leukämie trägt man jahrelang mit sich herum, ohne dass sie ausbricht. In der nächsten Stufe werden die Begleiterscheinungen immer stärker. Dann muss man handeln. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Du hast dich einer Chemotherapie unterzogen…</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Ja. Ein Arzt hat zu mir gesagt, eine Chemotherapie wirkt wie ein Tsunami. Der spült einmal durch den Körper durch und alles, was im Weg ist, wird platt gemacht. Diese Chemotherapie tötet wunderbar die Krebszellen ab. Die Krankheit ist nun verschwunden, die Ursache jedoch noch nicht behoben. Die versuche ich jetzt in intensiver Zusammenarbeit mit einem  Homöopathen und einem Psychotherapeuten zu finden. Ich glaube, ich bin auf einem ganz guten Weg dahin.</span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Ist eine Krankheit ein Hindernis auf dem Weg zur spirituellen Erleuchtung?</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Patanjali nennt in den Yoga Sutren eine Reihe von Hindernissen, die sogenannten Antarayas. Trägheit gehört dazu, auch Faulheit, kein Vertrauen und eben auch Krankheiten. Weil sie die Konzentration von dem Konzentrationsobjekt wegziehen und nur auf den Körper richten. Aber nicht jede Krankheit muss ein Hindernis werden… </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Warum nicht?</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Wenn ich mir die Biographien großer Yogis anschaue, sehe ich, dass viele sehr krank waren, sogar ziemlich bösartige Krankheiten hatten. Und dennoch waren etliche von ihnen schon sehr weit auf ihrem Weg. Es ist immer eine Frage der Identifikation. Ich kann sagen: Ich bin der Krebs, die Tuberkulose oder die Malaria. Oder ich kann sagen, ich bin ein Organismus, der ganz passabel funktioniert, nur einem Teil von mir geht es gerade nicht so gut. Dann hat die Krankheit nicht mehr so einen Allmachtsgriff auf mich. Aber wenn sie neu ist, vereinnahmt sie erstmal jeden. Die Aufgabe besteht darin, die Krankheit zu kontrollieren. Und das mache ich jetzt. Aber ich weiß auch, dass diese Krankheit nicht nur ein Hindernis war, sondern auch ein ganz, ganz großer Lehrer. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Was hast du durch die Krankheit gelernt?</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Ich bin wesentlich geduldiger und ruhiger geworden. Früher wollte ich lieber allein sein, heute genieße ich es, am Leben teilzuhaben. Die Hauptlektion habe ich während der Chemotherapie gelernt. Das ist eine Behandlung, die dich mehrfach im Jahr komplett auseinandernimmt, geradezu zerstört. Und dann findet eine Art Wiedergeburt statt, deine Kräfte erholen sich wieder und du merkst, dass etwas Neues entsteht – bis zur nächsten Behandlung. Da geht alles wieder von vorne los. Dieses Vertrauen in den Zyklus aus Werden, Wachsen und Vergehen war mir die wichtigste Lehre. Guru brahma, guru vishnu, guru devo maheshvara. Es gibt nichts, was die Erfahrungen des Lebens so gut beschreibt wie dieses Mantra. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>In der Zeit, als die Leukämie ausgebrochen ist, kam bei dir einiges zusammen. Du hattest Schulden, dich von deinen Geschäftspartnern getrennt, solltest bald Vater werden… Glaubst du, all diese Umstände waren auch verantwortlich dafür, dass du krank wurdest?</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Bestimmt war der Organismus insgesamt geschwächt, so dass er vielleicht die Krankheit, die er vorher noch kontrollieren konnte, plötzlich nicht mehr im Griff hatte. Vielleicht war er auch einfach nur erschöpft, unabhängig von dem, was zu jener Zeit alles los war. Ich befand mich an einem Punkt, an dem ich Dinge ändern wollte. Und die Krankheit hat meinen Mut, dies auch tatsächlich zu tun, bestärkt. Ich habe mir gesagt, wenn ich nun schon nicht mehr lange zu leben habe, dann will ich wenigstens so leben, wie ich es mir vorstelle. Dann möchte ich mich nicht mehr mit Geschäftspartnern streiten oder Yogacenter am Leben erhalten, die eigentlich tot sind, wie in Berlin. Dann will ich mich auf wichtigere Dinge konzentrieren. Auf meine Freiheit. Und auf meine Familie.</span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Hast du in deinem Leben etwas durch die Krankheit geändert?</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Am Anfang fand ich das alles total ungerecht: Warum werde ausgerechnet ich jetzt krank? Ich lebe von klein auf vegetarisch, habe nie viel Alkohol getrunken oder viel Drogen genommen. Ich habe schon immer gesund gelebt, viel Kampfsport gemacht, später Yoga. Darum konnte ich gar nicht so viel ändern. Ich konnte ja nicht mit Yoga anfangen, mit Entspannung, mit Meditation oder bewusster Ernährung&#8230; Das war ja alles schon immer Bestandteil meines Lebens. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Hat sich deine Yogapraxis verändert?</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Körperlich ja. Ich kann keine Power-Vinyasa-Stunden mehr mitmachen. Dafür fehlt mir einfach die Kraft. Meine eigene Praxis ist wesentlich ruhiger geworden. Außerdem meditiere ich nach wie vor regelmäßig. Meditation ist immer gut. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Warst du enttäuscht, dass Yoga dir nicht mehr bieten konnte?</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Nein, ich habe Yoga schon immer als Instrument verstanden, um den Geist zu beruhigen, nicht so sehr um den Körper zu heilen. Darum habe ich auch nicht erwartet, dass es eine Wunderasana gibt, die den Krebs verschwinden lässt. Es ist unseriös, wenn Leute das behaupten. Aber ich war froh, dass es Yoga gab, sonst wäre ich vielleicht in jener Zeit durchgedreht. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Hast du eine Antwort für dich gefunden, warum dir all das passiert ist?</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Ich kann es nicht sicher sagen. Mir fällt nur auf, dass viele meiner Krankheiten Reaktionen auf die Umwelt waren, die mein Körper als bedrohlich erachtete. Heuschnupfen, Allergie, Leukämie, Asthma&#8230; Vielleicht hängen diese Krankheiten damit zusammen, dass ich mich von anderen abschotten wollte. Ich weiß es nicht. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Manche Leute sagen „Hauptsache gesund“.  Ist Gesundheit wirklich das Wichtigste im Leben?</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Wenn jemand glücklich ist, weil er gesund ist, dann freue ich mich für ihn. Aber ich halte es für eine unglaubliche Arroganz eines Gesunden allen Kranken gegenüber, wenn er behauptet, dass man nur glücklich sein kann, wenn man gesund ist. Ich kenne so viele Menschen mit enormsten körperlichen Beeinträchtigungen aller Art, und teilweise leben sie glücklicher und bewusster als die sogenannten Gesunden, die ich in meinem Leben getroffen habe. Hauptsache gesund – das klingt für mich wie eine platte Oma-Weisheit. Sie enthält eine gewisse Wahrheit, aber man sollte sie auch hinterfragen. Ich denke, Gesundheit kann schon einen Teil ausmachen, um glücklich zu sein, aber es ist keine Bedingung. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Was macht deiner Meinung nach glücklich?</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Es ist gar nicht das Ziel, glücklich zu sein, sondern zufrieden mit dem, was man hat. Mit dem Körper, den man hat, den Gedanken, die man hat, den Ängsten, die man hat&#8230; Glück heißt für mich, mit sich und der Welt im Reinen zu sein. Eine wirkliche Zufriedenheit und Frieden mit dem, was ist – das ist Satchidananda, die Glückseligkeit, von der die alten Yogaschriften sprechen. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Bestimmt kommt häufiger mal jemand in einer Lebenskrise zu dir und fragt dich nach Rat. Was sagst du ihm? </strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Das kommt tatsächlich immer wieder vor. Ich empfehle ihm, die Verantwortung für sein Leben wieder zu übernehmen und vor allem eine Psychotherapie zu beginnen, um zu sehen, welche Gedanken einen da unglücklich machen. Es sind immer die Gedanken, die einen unglücklich machen, nicht das Leben selbst. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Ergänzt eine Psychotherapie die Yogapraxis besonders gut?</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Für mich ist jede spirituelle Entwicklung ohne Psychotherapie ein Schuss in den Ofen. Sonst lässt du die ganzen Schatten, die du mitbringst, den ganzen Müll auf deiner Yogamatte raus und wühlst dich darin – aber Yoga hilft dir hier auch nicht weiter. Ich kenne Leute, die seit 40, 50 Jahren Yoga machen, aber nicht bereit sind, sich ihren Schatten zu stellen. Und es ändert sich gar nichts bei denen. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Kann man sich nicht auch selbst mit seinen Schatten, seinen Prägungen auseinandersetzen?</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Du kriegst sie im Yoga um die Ohren gehauen, aber du brauchst einen Profi, um dich darüber auszutauschen. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Und sogar du brauchst einen Profi, obwohl du selbst promovierter Psychologe bist?</strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Natürlich. Der Zahnarzt kann sich auch nicht selbst seinen Backenzahn behandeln. Jeder Psychologe braucht auch einen Spiegel. Das muss kein Therapeut sein. Es kann auch ein weiser Ratgeber sein. Die Gurus früher waren nichts anderes als Psychotherapeuten, die lange mit dir gelebt und sich intensiv mit dir auseinandergesetzt haben. Das gibt es bei uns nicht. Du gehst jetzt anderthalb Stunden ins Yogacenter, setzt dort dein bestes Gesicht auf, gehst raus und trittst den nächsten Hund um die Ecke, weil du die Energie, die in dir hochgekommen ist, irgendwie verarbeiten musst. Allein kommst du schwer aus dem Sumpf raus. Wenn du jedoch einen Partner hast, mit dem du dich austauschen kannst, kann sich das enorm auf deine spirituelle Entwicklung auswirken. Es muss kein Psychotherapeut sein. Es kann jeder sein, der ein bisschen was davon versteht, wie der Mensch funktioniert. Es gibt großartige spirituelle Meister in der katholischen und evangelischen Kirche, die dich begleiten können. Seelsorger heißen sie so schön. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><strong>Man sagt ja auch, dass ein starker Glaube helfen kann, Krankheiten zu überwinden. </strong></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;">Meine 80-jährige Tante hat nur zweimal in ihrem Leben einen Arzt besucht. Sonst hat sie immer, wenn sie krank oder traurig war oder nicht wusste, wie es weitergehen soll, ihre Bibel aufgeschlagen und dort eine Antwort gefunden. Ein gefestigter Glaube schenkt einem Gelassenheit. Dann kannst du Schmerzen erdulden, ohne auszuflippen und Gott und die Welt und andere dafür verantwortlich zu machen. Wenn du den Glauben hast, dass es eine gewisse Ordnung in der Natur gibt, dann akzeptierst du die Dinge leichter. Es nützt ja nichts, wenn man hadert, dass man nicht den superbeweglichen Körper fürs Yoga bekommen hat. Es geht immer darum, mit dem zu arbeiten, was da ist. Und wenn der Körper krank ist, ist er eben krank. Ich kann nicht sagen, dass mein Glaube mich geheilt hat, aber er hat mich durch viele Krankheiten, die ich hatte, getragen. Jetzt bin ich hier, und es geht mir eigentlich ziemlich gut. </span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="font-size: x-small;"><em>Das Interview führte Silvia Schaub. </em></span></p>
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		<title>Lernen von den Göttern der Bhagavad Gita</title>
		<link>http://www.yogajournal.de/2011/03/03/lernen-von-den-gottern-der-bhagavad-gita/</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Mar 2011 14:38:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Inspiration]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong>Yoga und der innere Schweinehund</strong>
Die Bhagavad Gita gilt neben den klassischen Hatha Yoga-Texten und Patanjalis Yoga Sutra als eine der wichtigsten Schriften des Yoga. Zwar erfährt der Leser nichts über Asanas und nur wenig über Meditation, aber sie enthält klare Hinweise für das Handeln im Alltag.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Yoga und der innere Schweinehund</strong></p>
<p><strong>Die Bhagavad Gita gilt neben den klassischen Hatha Yoga-Texten und Patanjalis Yoga Sutra als eine der wichtigsten Schriften des Yoga. Zwar erfährt der Leser nichts über Asanas und nur wenig über Meditation, aber sie enthält klare Hinweise für das Handeln im Alltag. </strong></p>
<p><em>Von Ralf Sturm</em></p>
<p>Obwohl das Schöne an der Bhagavad Gita ist, dass es nicht um die Praxis einer Technik, sondern um eine innere Haltung dem Leben gegenüber geht, kann sie uns zu aktiveren Menschen machen. Wir müssen uns nur mit dem Dialog zwischen Krishna und Arjuna beschäftigen.</p>
<p>Am Anfang der Geschichte sieht es erst einmal nicht danach aus. Für einen spirituellen Ratgeber beginnt die Bhagavad Gita sehr unkonventionell: Mit dem Klagen eines Kriegers, der nicht kämpfen will. Es heißt folgerichtig „Das Yoga der Mutlosigkeit“:</p>
<p><em>Wenn ich diese meine Verwandten kampfbereit in Schlachtreihe aufgestellt sehe, Oh Krishna, versagen meine Glieder, mein Mund wird trocken, mein Körper zittert, und mein Haar steht zu Berge. (I.28.-29.)</em></p>
<p>Kennen wir diesen Satz nicht allzu gut von uns selbst? Manchmal wissen wir, wir haben etwas zu tun, aber wir fühlen uns auf einmal wie paralysiert. Arjuna zählt über mehrere Verse gute Gründe auf, warum er das, was er begonnen hat, nicht mehr zu Ende führen möchte. Früher habe ich mich einmal gefragt, warum die Bhagavad Gita ein ganzes Kapitel darauf verschwendet, wie Arjuna sich beklagt. Sie hätte ja auch direkt mit klugen Ratschlägen beginnen können. Dann wäre sie aber wahrscheinlich nicht über so viele Jahrhunderte hinweg so populär gewesen, wie sie ist. Gerade weil sie kaum genaue Handlungsanweisungen gibt, ist sie solch ein kraftvoller Text: Die Verse rufen ein Gefühl beim Leser hervor, das den Wunsch nach Befreiung weckt.</p>
<p><strong>Die Bedeutung</strong><br />
Krishna und Arjuna stehen in der Mitte eines Schlachtfeldes. Im übertragenen Sinne unterstützt die innere Göttlichkeit die menschliche Seele inmitten der Turbulenzen des Lebens. Die Schlacht der Bhagavad Gita ist ein Bild für den Kampf, der im eigenen Herzen stattfindet. Was Arjuna zu überwinden hat – und da geht es ihm wie uns – sind seine eigenen Widerstände dagegen, glücklich zu sein und sich gut zu fühlen. Er möchte es bequem haben und nicht mit alten Vorlieben brechen. Das möchten wir auch oft nicht, sind diese Gewohnheiten doch unsere alten „Verwandten“. Teile von uns selbst also &#8211; muss man die nicht einfach akzeptieren?</p>
<p>„Sage Du mir klar, was für mich richtig ist.“ (II.7.) Darum bittet Arjuna am Anfang des zweiten Kapitels. Krishna wird ihm und uns jedoch in der gesamten Schrift diesen Gefallen nicht tun. Er legt nicht fest, was „richtig“ oder „falsch“ ist, sondern überlässt uns die Wahl zwischen unterschiedlichen Wegen. Und – so ein Schlitzohr, dieser Gott – preist jeden der Wege als den Besten an. Dadurch scheint er sich im Laufe der insgesamt achtzehn Kapitel oft selbst zu widersprechen. Ist Gott also verwirrt? Nein, er weiß einfach, dass wir alle unterschiedlich sind. Und doch bleibt er nicht beliebig. Er will, dass wir eine Haltung einnehmen.</p>
<p>Zunächst wird „Karma Yoga“ ausführlich beschrieben: Das Yoga des Handelns.</p>
<p><em>Dein einziges Recht ist es zu wirken, und keinen Anspruch hast du auf die Früchte deines Tuns; lass weder die Früchte deiner Handlung dir Motiv zum Handeln sein, noch wende dich zum Müßiggang. So handle, Oh Arjuna, und sei fest im Yoga, gib Bindungen auf, und bewahre Gleichmut in Erfolg und Misserfolg. Ausgeglichenheit im Geiste, Gleichmut wird Yoga genannt. (II.47.-48.)</em></p>
<p>Egal, womit wir beschäftigt sind und welche Bitte an uns herangetragen wird – es hilft uns, wenn wir bei der Durchführung nicht schon ständig angstvoll an das Ergebnis denken. Wenn wir uns stets fragen, ob etwas „gut“ oder „schlecht“ sein wird, erzeugen wir uns leicht Stress. Ein Beispiel: Wenn ich mir auf dem Meditationskissen darüber Gedanken mache, dass ich doch eigentlich weniger Gedanken haben möchte, verpasse ich den schönen Moment der Ruhe. Noch mehr blockieren wir uns selbst, wenn Zweifel an unseren Fähigkeiten uns schon von vorneherein daran hindern, mit etwas zu beginnen. Das wäre so, als würden wir sagen: „Ich bin leider zu unflexibel, um Yoga zu machen.“ Das „Just-do-it“-Motto aus der Werbung hätte gut von Krishna sein können. Er ist einer der ältesten Motivationstrainer.</p>
<p><strong>Der innere Schweinehund</strong><br />
Dieser berühmte Tier hat – wenn wir das, was wir tun, als Karma Yoga praktizieren – keine Chance mehr. Eine Haltung des Gleichmuts gegenüber Erfolg oder Misserfolg hilft, unsere Aufgaben und Projekte mit leichterem Herzen anzugehen. Dabei sind wir bei der Durchführung nicht gleichgültig. Karma Yoga heißt auch: Während wir mit etwas beschäftigt sind, bringen wir uns mit unserer gesamten Achtsamkeit ein, und handeln nach unseren besten Fähigkeiten:</p>
<p><em>Daher tue ohne Verhaftung stets das, was getan werden muss; denn durch verhaftungsloses Handeln erreicht der Mensch das Höchste. (III.19)</em></p>
<p>Wenn wir jetzt durch Krishna gelernt haben, wie wir etwas tun sollen, bleibt die Frage: Was muss überhaupt getan werden? Gerade als Yogi läge es vielleicht nahe, sich mehr und mehr vom Schlachtfeld der Lebensaufgaben zurückzuziehen, um mehr Zeit für die eigene Praxis zu haben? Weil er ein guter Motivationstrainer ist, lässt Krishna keinen Raum für Entschuldigungen:</p>
<p><em>Auch der Weise handelt gemäß seiner Natur; die Wesen folgen der Natur; was kann Einschränkung bewirken? (III.33.)</em></p>
<p><strong>Das Fazit</strong><br />
Wir sollen der eigenen Natur folgen, im Sanskrit-Original Prakriti genannt. Wenn wir unsere Natur erkennen, finden wir heraus, was Krishna Swadharma nennt: Die eigene Pflicht. Nicht mehr – und nicht weniger.</p>
<p><em>Besser ist es, die eigene Pflicht unvollkommen als die Pflicht eines anderen gut zu erfüllen. Wer die Handlung vollzieht, die die Natur ihm auferlegt hat, lädt keine Schuld auf sich. (XVIII.47.)</em></p>
<p>Krishna kann für das Göttliche in uns selbst stehen. Und unser ureigenster Wunsch ist: uns selbst treu zu bleiben. Gerade bei Vorsätzen für das neue Jahr, ist das eine sehr hilfreiche Richtlinie. Indem wir unser ganzes Leben als Karma Yoga sehen, können wir alle unsere Aufgaben entspannter bewältigen.</p>
<p>Auch Hermann Hesse hat sich von der Bhagavad Gita inspirieren lassen:</p>
<p><em>Darum kämpfe du und lieg nicht stille;<br />
Dass du Kräfte regst, ist Gottes Wille!<br />
Doch ob dein Kampf zu tausend Siegen führt,<br />
Das Herz der Welt schlägt weiter unberührt.</em></p>
<p>Ralf Sturm lebt und arbeitet im Yoga Vidya-Seminarhaus in Bad Meinberg. Im Herbst kann man mit ihm vom 23.10. bis 6.11.2011 auf  einerYoga-Reise am Ganges „live“ von den Göttern lernen (ralf.sturm@yoga-vidya.de). In unserer aktuellen Ausgabe schreibt er ebenfalls über die Bhagavad Gita – Teil 2: Bhakti Yoga.</p>
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		<title>Lernen von den Göttern</title>
		<link>http://www.yogajournal.de/2010/12/20/lernen-von-den-gottern-4/</link>
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		<pubDate>Mon, 20 Dec 2010 10:22:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Inspiration]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal fragen wir uns, warum uns bestimmte Schritte so schwer fallen. Warum wir nicht endlich mit dem beginnen, was uns gut tut. Ganesha kann uns zeigen, was wirklich nötig ist, um alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es gelingt nur mit Liebe</strong></p>
<p><strong> Manchmal fragen wir uns, warum uns bestimmte Schritte so schwer fallen. Warum wir nicht endlich mit dem beginnen, was uns gut tut. Ganesha kann uns zeigen, was wirklich nötig ist, um alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen.</strong></p>
<p><em> Von Ralf Sturm</em></p>
<p>Es gibt viele Dinge, die wir tun wollen, um bessere Menschen zu werden. Häufig „scheitern“ wir allerdings und erreichen nicht das, was wir uns vorgenommen haben. Einmal wollen wir beispielsweise eine neue Praxis beginnen und nehmen uns nicht die Zeit dazu. Ein anderes Mal tun wir Dinge, die wir eigentlich nicht mehr tun wollten. In beiden Fällen ärgern wir uns anschließend oft über uns selbst.</p>
<p>Es kann interessant sein, genauer hinzusehen, was uns eigentlich daran gehindert hat, unsere Ziele zu erreichen. Wir sollten uns fragen, aus welcher Haltung heraus wir etwas begonnen haben. Wollte ich etwas verbessern, weil ich mit mir selbst nicht zufrieden war? Oder wollte ich etwas tun, um anderen zu gefallen? In beiden Fällen ist der Ausgangspunkt wenig glücksverheissend, wie man im asiatischen Sprachraum gerne sagt. Wenn wir davon ausgehen, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist oder verbessert werden müsste, sind wir automatisch unter Spannung. Diese Spannung wirkt dem Erfolg dessen, was wir anstreben, entgegen. Und das ist gut so. Wenn wir oft genug gegen die Wand gelaufen sind, sind wir irgendwann bereit zu lernen, worum es wirklich geht. Dann geschehen viele Dinge auf einmal ganz leicht.</p>
<p>An vielen Orten der Welt ist Ganesha, der liebevolle Gott mit dem Elefantenkopf, als der Beseitiger von Hindernissen bekannt. Klar, mit seinem kraftvollen Rüssel kann er – bildhaft gesprochen – ordentlich Steine aus dem Weg räumen. Aber was macht diesen jungen Kerl um Himmels willen wirklich so beliebt? Die Antwort kommt, wenn wir aufhören zu denken, und stattdessen anfangen zu fühlen.</p>
<p>Sein Vater konnte ihn im ersten Augenblick gar nicht leiden. Eine der vielen Geschichten über seine Entstehung beginnt nämlich mit der unglaublichsten Streitigkeit der Götterwelt. Ganeshas Mutter Parvati hatte ihn eines Tages als ihren Helfer erschaffen und vor die Tür ihres Gemaches gestellt, um endlich einmal in Ruhe ein Bad nehmen zu können. An diesem Tag aber kam ihr Gemahl Shiva ungewohnt früh von der Meditation nach Hause zurück. Er sah einen jungen Mann vor dem Heim seiner Frau, der ihm den Eingang verwehrte. Die beiden ahnten nichts von ihren Familienbanden nichts und begannen zu kämpfen. Der junge Ganesha wollte seine Mutter vor dem Unbekannten beschützen und Shiva hatte nur im Sinn, den vermeintlichen Eindringling von seiner Frau fern zu halten. Im Kampf schlug er Ganesha den Kopf ab. Als Parvati den Verlust ihres Sohnes bemerkte, verfiel sie in große Trauer. Um seine Tat so schnell wie möglich wieder gut zu machen, ließ Shiva seine Helfer einen Kopf-Ersatz suchen. Das erste Haupt, das sie fanden gehörte einem Elefanten.  Shiva setzte es aufd en Körper seines Sohnes und hauchte ihm neues Leben ein. Damit hätte die Geschichte zu Ende sein können, doch Parvati war noch nicht zufrieden. Also versprach Shiva ihr, dass ihr Sohn der wichtigste aller Götter werden würde. Jeder, der mit einem Wunsch an einen der anderen Götter heranzutreten wünschte, sollte sich zuerst an Ganesha wenden.</p>
<p>Wenn man sich eine Ganesha-Murti auf dem Altar ansieht, bevor man in die Stille geht, kann einem klar werden, warum das so ist. In diesem gemütlichen Wesen mit dem dicken Bauch steckt viel von uns selbst. Nicht dass wir alle Rüssel hätten. Aber wir haben etwas in uns, das wirklich liebenswert ist. Kinder lieben Elefanten. Und wenn wir Ganesha genau betrachten, kann es passieren, dass wir diese Liebe auch durch uns fließen spüren. Mit dieser Haltung als Ausgangspunkt werden alle Wunder möglich, die wir uns wünschen – denn jetzt arbeiten wir nicht mehr nur mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen.</p>
<p>Ganesha ist ein machtvoller Verbündeter, der im Götterhimmel schon  den einen oder anderen Dämonen in seine Schranken verwiesen hat. Genauso kann seine Kraft uns helfen. Wenn wir wissen, dass wir stark genug sind, mit unseren eigenen Schwächen umzugehen, können wir uns liebevoll annehmen, wie wir sind. Bei Bedarf können wir das, was uns nicht gut tut, loslassen. Wir beginnen, das zu tun, was wir wirklich wollen. So hilft uns Ganesha – alleine dadurch, dass wir ihn mit liebevollen Augen betrachten – eine Haltung der Liebe in uns selbst zu entwickeln.</p>
<p><em> Ralf Sturm lebt und arbeitet im Yoga Vidya Seminarhaus in Bad Meinberg. Dort leitet er Seminare und Ausbildungen (<a href="http://www.yoga-vidya.de" target="_blank">www.yoga-vidya.de</a>). Vom 23.10. bis 06.11.2011 kann man mit ihm am Ganges in Rishikesh „von den Göttern lernen“ (ralf.sturm@yoga-vidya.de).</em></p>
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		<title>Lernen von den Göttern</title>
		<link>http://www.yogajournal.de/2010/10/25/lernen-von-den-gottern-3/</link>
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		<pubDate>Mon, 25 Oct 2010 10:24:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Inspiration]]></category>

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		<description><![CDATA[Gemeinsam geht es besser. Wenn man mit seinen Dämonen geschickt umgeht, sind sie die besten Helfer zum Glücklichsein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Her mit den Dämonen! Gemeinsam geht es besser. Wenn man mit seinen Dämonen geschickt umgeht, sind sie die besten Helfer zum Glücklichsein.</strong></p>
<p><em> Von Ralf Sturm</em></p>
<p>Manchmal werden wir im Ashram beneidet. Weil hier nur friedliebende Menschen sind, die gerne meditieren. So eine Umgebung wünscht sich ja eigentlich jeder. Ohne die ganzen Anforderungen des Alltags wäre vieles einfacher. Und tatsächlich kann so ein Leben auch sehr glücklich sein. Allerdings nicht immer so, wie man es sich zunächst vorgestellt hat.</p>
<p>Selbst die Götter hatten es früher im Himmel schwer. Ständig diese Kämpfe mit den Dämonen. Die ewigen Auseinandersetzungen mit den Asuras hatten die Devas bereits so ausgezehrt, dass sie beschlossen, endlich den Nektar der Unsterblichkeit zu finden, um dadurch alle Sorgen um die eigene Existenz los zu sein. Sie gingen zu ihrem Chef, um sich Hilfe zu holen. Brahma erklärte ihnen allerdings, dass der lebensspendende Amrita nur in einem gemeinsamen Akt mit den Dämonen zu holen sei, und gab ihnen dann eine Art Bauanleitung für die größte Küchenmaschine der Welt. Damit die Kräfte der Dunkelheit und des Lichts zusammen wirken könnten, empfahl er den Berg Kailash in die Mitte des großen Milchsees zu stellen, auf dessen Grund das Elixier verborgen war. Die Schlange der Ewigkeit würde als Antriebsseil dienen, an dem Gut und Böse wechselseitig ziehen müssten, um so das kostbare Elixier zu gewinnen. Die Götter waren zwar ängstlich, weil die Dämonen dadurch ja auch gestärkt werden würden. Vishnu deutete jedoch an, ihm würde schon etwas einfallen.</p>
<p>Von beiden Seiten wurde nun gearbeitet. Statt des wundervollen Nektars kam jedoch plötzlich das furchtbare Gift Hala Hala zum Vorschein, das die Welt zu vernichten drohte. Das kennen wahrscheinlich die meisten von uns. Der Kailash ist nicht nur das Zentrum des Universums, er repräsentiert auch unsere eigene Mitte. Und wenn wir uns auf den spirituellen Weg begeben – hin- und hergerissen vom Wunsch, ein meditatives Leben zu führen, und alten bequemen Gewohnheiten – fallen uns auf einmal unendlich viele Negativitäten an uns selbst auf. Oft projizieren wir die dann lieber auf andere „Störenfriede“, statt sie in uns selbst zu akzeptieren. Solche Menschen meiden wir, und ärgern uns darüber, wie feindselig die Welt ist. Wenn wir uns dann noch selbst Vorwürfe dafür machen, ist der Kreislauf der Selbstvergiftung komplett, und es hilft nur noch eines: Aufhören zu kämpfen. In der Geschichte erklärt der barmherzige Shiva sich bereit, das Gift selber zu trinken.</p>
<p>Die Inder haben manchmal eine sehr befreiende Weltsicht: Unsere eigenen Handlungen bestimmen einen guten Teil unseres Lebens. Aber am Ende führt vor allem die Göttliche Gnade zur Befreiung. Wir müssen nicht alles selbst machen.</p>
<p>Als schließlich der Nektar zum Vorschein kam, freuten sich die Götter. Die Dämonen wollten natürlich auch ihren Anteil. Gott sei dank wissen wir schon, dass sie in den Geschichten immer verlieren. Denn während Vishnu die Asuras ablenkte, genossen die Devas das Elixier, und der vermeintliche Kampf war erstmal zugunsten der Guten entschieden. Aber hatte überhaupt wirklich ein Krieg stattgefunden? Schließlich hätte das Licht ohne die Kraft des Schattens nicht „siegen“ können. Bei genauem Hinschauen verliert die Dualität ihren Schrecken. Und das, was böse schien, war eine hilfreiche Kraft.</p>
<p>Jeden Tag bemerke ich bei Menschen etwas, das mich stört. Seltsamerweise gerade hier, wo ich wohne. An einem Ort, den so viele Leute als heilsam ansehen. Ich vergesse oft, dass er das wirklich sein kann, und erblicke Probleme. Wenn ich allerdings genau hinschaue, sehe ich, dass alle Menschen in meiner Umgebung auch stets Geschenke mitbringen. Denn alleine würde ich hier auf der Welt ganz schön hilflos aussehen. Wenn mir auch manchmal scheint, es ginge mir besser, wenn wenigstens die schlimmsten Individuen von der Bildfläche verschwänden; am Ende weiß ich, dass wir alle miteinander arbeiten. Dass wir uns gegenseitig unterstützen, beim ewigen Glücklichsein. So erlebe ich jeden Tag mehr, dass ich bei Menschen um mich herum etwas bemerke, dass ich schätze. Dieser „Nektar des Lebens“ den ich immer koste, wenn ich mich daran erinnere, macht mich froh, nicht alleine zu sein. Es funktioniert übrigens auch wenn man in der Kölner Innenstadt wohnt &#8211; und an allen anderen Orten auf der Welt.</p>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em>Ralf Sturm lebt und arbeitet im Yoga Vidya Seminarhaus in Bad Meinberg. Dort leitet er Seminare und Ausbildungen (<a href="http://www.yoga-vidya.de" target="_blank">www.yoga-vidya.de</a>). Im kommenden Jahr kann man mit ihm vom 23.10. bis 06.11.2011 am Ganges in Rishikesh „von den Göttern lernen“ (ralf.sturm@yoga-vidya.de).</em></p>
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		<title>Lernen von den Göttern</title>
		<link>http://www.yogajournal.de/2010/08/30/lernen-von-den-gottern-2/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 15:09:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Inspiration]]></category>

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		<description><![CDATA[Bedingungslose Hingabe ist der Schlüssel zur Verwirklichung des Selbst. So lehren nicht nur die Schriften des Yoga, sondern alle Mystiker. Leichter gesagt, als getan? Das einzige Problem ist das Kino im Kopf.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Gefährlich Leben</strong></p>
<p><strong>Bedingungslose Hingabe ist der Schlüssel zur Verwirklichung des Selbst. So lehren nicht nur die Schriften des Yoga, sondern alle Mystiker. Leichter gesagt, als getan? Das einzige Problem ist das Kino im Kopf.</strong></p>
<p><em> Von Ralf Sturm</em></p>
<p>Es zieht sich durch alle spirituellen Traditionen. Hat man einen Weg gewählt, soll man ihm folgen. Ohne immer wieder hin- und her zu überlegen. Die Idee ist, das „Ego“ aufzulösen, indem man alle Bedenken beiseite schiebt. Denn Zuneigung und Abneigung, Raga und Dvesha sind wechselhaft und Ich-Bezogen, sie trennen uns vom Gefühl der Einheit. Egal für was man sich entschieden hat, einen Lehrer, eine bestimmte spirituelle Praxis, ein Mantra: Man bleibt dabei und geht durch Zeiten des Zweifels hindurch. Durch dieses Loslassen entsteht Ruhe im Geist. Und selbst wenn wir (noch) nicht nach einem so hohen Ideal wie der Selbstverwirklichung streben &#8211; „Ruhe im Geist“ hört sich zunächst ganz gut an. Aber was tun, wenn der eingeschlagene Weg auf einmal nicht mehr passend erscheint?</p>
<p>Ich hatte mich entschieden, auf das Göttliche zu vertrauen, in der Form von Shiva. Shivas Name bedeutet übersetzt: „Der Gutmütige“. Es liegt in seiner Natur, seinen Verehrern jeden Wunsch zu erfüllen. Manchmal setzen wir auch uns selbst große Ziele. Für Shiva wurde das schwierig, als eines Tages ein gerissener Dämon vor ihm stand und ihn um folgende Gunst bat: Alles, was er berühre, möge sich in Stein verwandeln. Shiva gewährte das selbstverständlich ohne Zögern. Doch plötzlich sah er sich einer existentiellen Bedrohung gegenüber. Denn der Dämon wollte die Herrschaft über das Universum an sich reissen und holte aus, Shiva selbst in Stein zu verwandeln. Shiva blieb nichts übrig, als erstmal die Beine in die Hand zu nehmen.</p>
<p>Wenn man sich große Dinge vornimmt, kommt man irgendwann fast unweigerlich an einen Punkt, wo sich die Frage nach dem Sinn des Durchhaltens stellt. Je mehr wir nach Perfektion streben, auf umso gefährlicheres Terrain begeben wir uns. Dieses Frühjahr habe ich darin eine besondere Lektion erfahren dürfen. Ein Freund empfahl mir einen Masseur, der „so richtig tief reingeht, um Spannungen zu lösen“. Wir Spirituellen sind ja gerne bereit etwas zu leiden, wenn es denn Besserung verspricht. Also ertrug ich die Qualen durch diesen Muskelmenschen unter großen Schmerzen. „Nicht mit dem Körper identifizieren“, sagte ich mir. Nur um eine Woche später vom Arzt diagnostiziert zu bekommen, dass der Kerl mir zwei Rippen gebrochen hatte. War ich in meiner bedingungslosen Hingabe zu weit gegangen?</p>
<p>Es ist ein Spannungsfeld, das jeder Mensch für sich selbst auflösen muss. Deshalb hat diese Geschichte auch keine „Moral“. Der Vollständigkeit halber: Shiva kam ein Freund zu Hilfe. Vishnu nahm die Gestalt einer schönen Tänzerin an. Der Dämon vergass sein eigentliches Ziel, wurde durch seine eigene Begierde ausgetrickst und verwandelte sich am Ende selber in Stein. Die Götter haben eben Humor. Shiva blieb Shiva. Er setzte sich nicht schmollend hin, und sagte: „Ab heute mach ich alles anders“. Shiva setzt seinen Weg unbeirrbar fort. Im Absoluten gibt es keinen Grund für Zweifel.</p>
<p>Unser Leiden beginnt hingegen oft, wenn wir auf der relativen Ebene zweifeln. Unsere Praxis scheint nirgendwohin zu führen, also wechseln wir das Yogastudio. Die Meditation bleibt immer noch unruhig – ein neues Mantra muss her. Ich selbst hatte mein Gottvertrauen nach der Diagnose für ein paar Tage verloren und lief mit schlechter Laune durchs Haus. Wenn sich der Verstand einmischt und sagt: „Es muss auf meine Weise geschehen“, sind wir aber im Clinch mit der Realität. Irgendwann merkte ich das und begann die Schmerzen als Einladung zur Auszeit zu akzeptieren. In der Zwangspause konte ich reflektieren, dass ich selbst oft ganz schön hart mit mir umgegangen war. Jetzt fühle ich mich ruhiger als vorher. Das soll nicht heissen, dass ich jedem empfehle, sich die Knochen brechen zu lassen. Aber es kann überraschend sein, was sich entwickelt, wenn man geduldig bleibt. Auch wenn die äußeren Umstände mal wieder nach Veränderung zu schreien scheinen. Manchmal merken wir dass es hilft Vertrauen zu haben, weil uns bereits eine größere Kraft führt, als wir oft selbst erkennen können. Hingabe ist ein großes Wagnis. Aber Sie entspannt viel mehr, als immer alles kontrollieren zu wollen.</p>
<p><em> Ralf Sturm befindet sich weiterhin auf dem Weg der Besserung und nutzt hierfür unter anderem das reichhaltige Yogatherapie-Angebot des Yoga Vidya Zentrums in Bad Meinberg, wo er lebt und arbeitet (<a href="http://www.yoga-vidya.de/yogatherapie" target="_blank">www.yoga-vidya.de/yogatherapie</a>).</em></p>
<p><em>Im Herbst kann mit ihm an der Quelle „von den Göttern lernen“: Vom 25.9. bis 10.10.2010 leitet er eine Yoga-Reise ins nordindische Rishikesh (<a href="http://www.neuewege.com" target="_blank">www.neuewege.com</a>).</em></p>
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		<title>Lernen von den Göttern</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Jun 2010 14:44:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Inspiration]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie würden gerne ein Instrument spielen, aber Sie glauben, dass Sie unmusikalisch sind? Erinnern Sie sich an Ihre Kindheit! In jedem von uns steckt Musik und Gesang. Yoga hilft, das wieder zu entdecken.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Erinnere Dich!</strong></p>
<p><strong> Sie würden gerne ein Instrument spielen, aber Sie glauben, dass Sie unmusikalisch sind? Erinnern Sie sich an Ihre Kindheit! In jedem von uns steckt Musik und Gesang. Yoga hilft, das wieder zu entdecken.</strong></p>
<p>Meine Lieblingsgeschichte von Swami Sivananda wird immer die mit dem jungen Musiker sein. In den späten fünfziger Jahren, so wurde mir erzählt, kam einmal ein reicher, spendabler Geschäftsmann zu Besuch in den Ashram in Rishikesh. Er reiste mit seinem Sohn, der gerade angefangen hatte, Flöte spielen zu lernen. In Indien ist man höflich, und daher lud Sivananda den jungen Mann am Abend im Satsang ein, vor allen Leuten etwas vorzuspielen. Ein Swami, der damals dabei war, sagte: Alle waren sich einig, noch nie eine so schreckliche Kakophonie gehört zu haben. Es muss wirklich schlimm gewesen sein. Als sein Auftritt vorbei – und die anderen Swamis froh waren – begann Sivananda aber zu klatschen, und rief: „Wundervoll! Dieser junge Musiker hat unser Herz sehr erfreut. Mir war, als ob Krishna selbst auf seiner Flöte gespielt hätte“. Damit nicht genug. Er bat ihn sogar, die Gemeinschaft im nächsten Jahr wieder zu beehren.</p>
<p>Nicht alle wachsen mit solchen Mentoren auf. Hanuman, hatte es beispielsweise deutlich schwerer. Obwohl die Voraussetzungen günstig gewesen wären, war er doch selbst eine Inkarnation Shivas und der Sohn des Gottes des Windes. Dass er äußerlich eine Affengestalt hatte, nahm ihm in seiner Kindheit nichts von seiner unbändigen Lebensfreude. Immer zu Streichen aufgelegt, geriet er jedoch oft in Konflikte. So hielt er einmal die Sonne, die durch die Äste eines Baumes schimmerte, für eine reife Mango, und flog los, sie zu essen. Dabei schepperte er allerdings in den Streitwagen Indras, des Königs der Götter. Und als er die Rishis, die still im Wald meditierten, einmal zu oft gestört hatte, belegte ihn einer von ihnen mit einem Fluch. Er musste für den Rest seiner Jugend all seine Kräfte und Fähigkeiten vergessen. Bis ihn wieder jemand daran erinnern würde. Die Weisen hatten ihre Ruhe.</p>
<p>Ich glaube, dass viele von uns das selbst erfahren haben. Man möchte als Kind nicht „anecken“ und passt sich den Anforderungen der Umgebung an. Das ist eine hilfreiche Strategie, aber manchmal klammert man damit große Aspekte seiner Persönlichkeit aus. Wenn man dann dem falschen Lehrer begegnet, kann sogar Yoga gefährlich werden. Wir lernen, dass unsere wahre „Natur“ Sat-Chid-Ananda ist: Sein, Wissen und Glückseligkeit – aber statt uns deswegen wirklich an unserer Lebendigkeit zu erfreuen, folgen wir dem bereits früher eingeschlagenen Pfad. Und machen uns selbst weiter klein. Weil wir das Göttliche doch eh nicht erreichen können, in diesem Leben. Wer sind wir denn schon?</p>
<p>Eine von Hanumans Gaben war, Gestalt jeder Größe annehmen zu können (das ist eine Frucht der Yogapraxis, die auch Patanjali in seinen Yoga Sutras beschreibt). Nach langen Jahren, in denen er in der Armee der Affen als General funktioniert hatte, brachte ihn das Leben schließlich in eine Situation, in der er „aufwachte“. Um seinem Freund Rama zu helfen, die schöne Prinzessin Sita wieder zu finden, war er an der Ostküste Indiens angelangt und musste nun einen großen Sprung wagen, um über das Meer ins Reich Lanka zu gelangen. Ein weiser Bär erinnerte ihn da an die ihm innewohnenden Kräfte und die Fähigkeiten, die er in seiner Jugend gehabt hatte. Und Hanuman sprang.</p>
<p>Das ist der Grund warum man in Yogaschulen auf der ganzen Welt heute die „Hanuman Chalisa“ singt, eines der schönsten Lieder zur Verehrung Hanumans. „Du bist so stark wie der Wind“ singen wir da. Und in der nächsten Zeile: „Es gibt nichts in der Welt, das zu schwierig ist, für Dich.“ Wir sagen, wir singen für Hanuman. Aber eigentlich singen wir für uns. Wir erinnern uns – indem wir seinen Ruhm preisen – an unsere eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Es gibt nichts auf der Welt, das zu schwierig für uns ist. Wir verpacken es in einen Gesang, weil wir sonst vor unserer eigenen Kraft zurückschrecken würden.</p>
<p>Hat Ihnen je jemand geraten, still zu sein, oder leise? Die „Hanuman Chalisa“ – wie alle Formen von Kirtan – sollte möglichst laut gesungen werden. Man kann nichts „falsch“ machen, wenn man mit ganzem Herzen bei der Sache ist. Dann sind wir selbst wie Krishnas Flöte, und Gott kann sein Lied auf uns spielen. Der Sohn des Geschäftsmannes kam übrigens im Jahr darauf erneut in Sivanandas Ashram. Und dieses Mal spielte er tatsächlich wie ein junger Gott. Die anderen Swamis waren erstaunt, aber wenn man darüber nachdenkt, war kein großes Wunder geschehen. Es hatte einfach einen Menschen in seinem Leben gegeben, der an ihn geglaubt und sein Vertrauen in sich selbst gestärkt hatte. Auch wir können uns immer daran erinnern, welche Geschenke in uns selbst stecken. Und in den Menschen um uns herum. Viel Spaß beim Entdecken!</p>
<p><em> Ralf Sturm ist bei seinem Lieblingsinstrument unentschieden zwischen E-Gitarre und Harmonium. Harmonium-Lernseminare gibt es unter <a href="http://www.yoga-vidya.de/seminare" target="_blank">www.yoga-vidya.de/seminare</a>.  Die „Hanuman Chalisa“ kann man ebenfalls ausgezeichnet beim Yoga Vidya Festival vom 10.–12. September 2010 in Bad Meinberg lernen.</em></p>
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		<title>&#8220;Yoga schafft Realität&#8221;</title>
		<link>http://www.yogajournal.de/2010/04/21/yoga-schafft-realitat/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Apr 2010 14:42:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yoga-Admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Inspiration]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong>Im alternativen New York der 80er Jahre kombinierten Sharon Gannon und David Life die Energie von Musik, Tanz und traditionellem Yoga zu einer Methode, die bis heute vor allem in urbanen Szene-Vierteln begeistert praktiziert wird. Ihr Jivamukti Yoga ist kraftvoll, kreativ, politisch - und absichtlich hip.
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<strong> </strong>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-1027" title="Sharon Gannon &amp; David Life" src="http://yogajournal.de/wp-content/uploads/2010/04/SharonDavid_Japan2.jpg" alt="SharonDavid_Japan2" width="300" height="200" />Im alternativen New York der 80er Jahre kombinierten Sharon Gannon und David Life die Energie von Musik, Tanz und traditionellem Yoga zu einer Methode, die bis heute vor allem in  urbanen Szene-Vierteln begeistert praktiziert wird. Ihr Jivamukti Yoga ist kraftvoll, kreativ, politisch &#8211; und absichtlich hip. “Yoga kann nicht angesagt genug sein”, sagen die ehemaligen Performance Künstler  im YOGA JOURNAL -Interview anlässlich des Jivamukti Tribe Gatherings in München.</strong></p>
<p><em>Interview: Christina Raftery  Foto: Gion</em></p>
<p><strong> YOGA JOURNAL: Sharon und David, anlässlich eures Besuchs in Berlin, Hamburg und München haben euch viele Menschen erlebt, die nicht viel mit Yoga zu tun haben, aber definitiv schon von Jivamukti Yoga und seinen prominenten Schülern gehört haben. Wie nutzt ihr diese Popularität?</strong></p>
<p>Sharon Gannon: Popularität treibt seltsame Blüten. Als wir im November in Kolumbien waren, wurden wir von der Presse als “Los Gurúes de Yoga y Sexo Tántrico de Sting” angekündigt. Da waren wir durchaus etwas verlegen&#8230;.</p>
<p>David Life: Nicht nur die Menschen, die Yoga üben, sollten von Yoga wissen. Unsere Gesellschaft befindet sich an einem sozialen und ökologischen Wendepunkt, der uns vor bestimmte Aufgaben stellt. Yoga gibt unseren Vorschlägen für ein Leben in Harmonie mit dem Planeten Integrität. Seine Popularität nutzen wir, um sie zu verbreiten und ein Netzwerk von Interessierten aufzubauen.</p>
<p><strong>YJ: Der Beginn einer Yoga-Praxis bedeutet oft einen Wendepunkt im Leben. Über körperliche Übungen finden wir  Verbindung zu allem Lebenden, denken und handeln aus neuen Perspektiven. Wir denken wieder über “Spiritualität” nach, die wir im Westen vielleicht auch in einer christlichen Erziehung erlebt haben. Ist Yoga ein Ersatz für Religion?</strong></p>
<p>David Life: Das Sehnsucht nach etwas Größerem ist in uns, ebenso das Bedürfnis, uns unter spirituellen, sozialen oder politischen Vorzeichen zu versammeln. Warum gehen die Menschen in die Kirche? Es ist mehr als das offensichtliche Ritual des Gebets. Wir suchen Gemeinschaft. Yoga bietet dies ebenfalls an, mit einem wichtigen Unterschied: Hier wird jede Form des Glaubens akzeptiert.</p>
<p><strong> YJ: Vom Christentum zum Yoga: Welche Art von Übergang kann hier stattfinden?</strong></p>
<p>Sharon Gannon: Yoga bedeutet Verbindung. Ich bin mit dem Katholizismus aufgewachsen. Eine große Rolle spielt hier die Furcht vor Gott, die im Leben auf Autoritätsfiguren projiziert wird. Als Kind lernt man die zehn Gebote auswendig, entwickelt ein Schuldgefühl und geht zur Beichte. Ich erinnere mich, wie ich mir vor der Beichte den Kopf zerbrochen habe, welche Sünden ich wohl begangen haben könnte und fragte meine Geschwister, ob ihnen etwas einfiele&#8230;</p>
<p>Als ich Patanjalis Yoga Sutren entdeckte, las ich erneut “Du sollst nicht töten, lügen, stehlen”. Die Yoga Philosophie macht die gleichen Vorschläge wie das Alte Testament. Patanjali formuliert jedoch optimistischer: Die Yoga Sutren beschreiben die positiven Wirkungen des Nicht-Verletzens. Das fand ich aufregend!</p>
<p>David Life: Dieser Ansatz gibt uns etwas, womit wir arbeiten können, anstatt in Schuldgefühlen zu verharren, die aus vergangenen Taten resultieren. Yoga betont die Gegenwart, die Realität: Was können wir JETZT tun? Wir können unsere Realität selbst schaffen. Dieses Versprechen gibt uns Yoga &#8211; aber nicht als Konzept, das wir glauben können oder nicht, sondern durch direkte Erfahrung. Du fühlst dein Leben JETZT, hier, direkt auf der Matte, in der Meditation.</p>
<p>Sharon Gannon: Ich habe das Gefühl, dass auch Religionen wie das Christentum einmal umfassender funktioniert haben. In der katholischen Messe knien wir, stehen wieder auf, beugen uns zur Erde, richten uns zum Himmel: Ein Sonnengebet!</p>
<p><strong> YJ: Im Neuen Testament steht: “Liebe deinen Nächsten wie dich Selbst”. Gesprochen von jemandem, der mitten im Leben stand.</strong></p>
<p>Sharon Gannon: Natürlich. Jesus war ein Yogi. Er sah sich als Eins mit Allem und hat es beispielshaft gelebt.</p>
<p><strong>YJ: Über die Brücke des Yoga verändern wir den Blick auf unsere Erziehung, unsere Wurzeln, unsere Familien. Wir können mit vielem Frieden schließen.</strong></p>
<p>Sharon Gannon: Wir werten nicht mehr so stark und kommen von der “Ich und die Anderen”-Trennung ab. Yoga reicht unermesslich weit und ermöglicht uns, mehr von der Welt in unsere eigene Realität zu integrieren, ohne auf die Erlösung im Jenseits zu warten. Ein unglaublich praktisches Konzept!</p>
<p>David Life: Yoga ist keine Religion, sondern anarchistisch. Es gibt keine Hierarchie, keinen “Yoga-Papst”. Viele offizielle Religionen sind nicht pro-Yoga. Warum? Weil die Kraft des Individuums gefördert wird. Yoga braucht kein abhängiges Gefolge. In unserem Unterricht versuchen wir, eine intelligente, reflektierte Atmosphäre zu schaffen. Informieren statt einlullen.</p>
<p>Sharon Gannon: Wenn sich Organisationen bedroht fühlen, ergreifen sie eine bestimmte Maßnahme: Sie drehen die Dinge um. Jesus sagte “Mein Vater und ich sind Eins.” Das ist Yoga, Samadhi. In seiner Sprache, dem Aramäischen, nutzte er den Namen “Alaha”. Das heißt “Alles, was ist, alles Manifestierte. Er sagte: “Ich bin eins, mit allem, was ist.” Allerdings steht in der Bibel an keiner Stelle, dass er als Einziger Anspruch auf diese Einheit hat. Weil seine Worte die Verhältnisse bedrohten, wurden seine Worte jedoch so interpretiert. Damit hat man ihn ins System zurückintegriert, aber unerreichbar entrückt.</p>
<p><strong>YJ: Körperliche Übung und Bewusstsein – wie stehen sie im Yoga im Zusammenhang?</strong></p>
<p>S: Das sind keine getrennten Einheiten. Der Körper ist ein Produkt unseres Karmas. “Karma” umfasst unsere Beziehungen zu anderen, die sich im Körper manifestieren. Durch die Yoga-Praxis heilen wir unsere Beziehungen. Wenn wir uns nicht um sie kümmern, verfolgen sie uns und wir sind völlig von ihnen und unserer vermeintlichen “Persönlichkeit” besessen. Aber wir sind viel mehr als das: Eine “Jiva Mukta” (befreite Seele) befindet sich in Einheit mit allem, was ist.</p>
<p><strong>YJ: Muss man hierzu unbedingt Asanas üben?</strong></p>
<p>David Life: Es gibt andere effektive Methoden, die einfacher sind als Yoga-Übungen und die Menschen im umfassendsten Sinn gesünder machen. Eine der wichtigsten ist eine vegetarische, besser vegane Ernährung. Dabei ist wichtig zu sehen, dass Yoga nicht von “Sünden” spricht, sondern von hilfreichem und weniger hilfreichem Verhalten. Damit ist weniger Verurteilung und Selbstgerechtigkeit möglich.</p>
<p>Sharon: Wir leben in einer skeptischen, zynischen, von Zweifeln geschüttelten Welt. Wenn wir diesen Haltungen verfallen, entfernen wir uns von unserer inneren Kraft, unsere eigene Realität zu gestalten. Es ist so normal, sich als Opfer zu fühlen und andere verantwortlich zu machen. Je mehr wir uns jedoch mit Yoga beschäftigen, desto unmöglicher wird uns diese Haltung. Dann wird es richtig spannend.</p>
<p><strong>YJ: In München fand anlässlich eures Besuchs das erste “Jivamukti Tribe Gathering” statt, ein “Stammestreffen” mit Lehrern und Schülern. Welche Rolle spielt die Gemeinschaft im (Jivamukti) Yoga?</strong></p>
<p>S: Wenn wir uns um uns selbst kümmern, schaffen wir Methoden, die Welt zu verändern. Eine Gemeinschaft, in der jeder auf seine individuelle Weise zum Wohle des Anderen arbeitet, ist das wichtigste Mittel, um die Krisen auf unserem Planeten zu lösen.</p>
<p>D: Dabei sollten wir nicht in die Falle der etablierten Religionen geraten und uns nicht “besser” als Andere fühlen: “Wir haben es kapiert, ihr nicht&#8230;” Yoga kann nicht missioniert werden, sondern findet uns, wenn wir motiviert sind.</p>
<p><strong>YJ: Was ist dabei wichtiger – der Intellekt oder Gefühle? Müssen wir insgesamt liebevoller werden?</strong></p>
<p>S: Liebe ist die Basis, aber nicht so, wie wir sie meistens verstehen. Wir lieben unsere Familie, Freunde und Haustiere. Was aber ist  mit dem Unbekannten, dem Fremden? Anderen Wesen?</p>
<p>David: Liebe ist mehr als das Gegenteil von Hass, umfassender. Jivamukti Yoga erforscht Yoga auch als tantrische Übung. “Tan” bedeutet im Sanskrit “ausdehnen”, “tra”, es wirklich zu tun. Durch unsere Methode wollen wir allen Dingen ein Gesicht geben und eine Beziehung zu ihnen finden. Dann besteht die Welt aus lebenden, nicht ausbeutbaren Wesen. Wenn das Fleisch auf dem Teller ein Gesicht hat, wird es schwieriger, es zu essen.</p>
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