Die Kuh soll glücklich sein

08.02.2012

HappyKuhDer Verein Happy Kuh e.V. setzt sich aktiv für den Tierschutz ein: Auf einem kleinen Hof in Thüringen verbringen fünf Ochsen und zwei Kühe einen friedlichen Lebensabend. Sie haben Glück, denn ohne das Engagement von Mariela Baca und Sebastian Becher wären sie wahrscheinlich schon längst als Steaks geendet.

In Indien ist die Kuh heilig, in den Veden wird sie als eine der sieben Mütter angesehen. Hierzulande hingegen dienen Kühe als zu konsumierende Nutztiere, die ausschließlich zum Zweck der Produktion von Milch, Fleisch und Leder gehalten werden. Einen ganz anderen, nicht minder professionellen Ansatz verfolgen die zwei Gründer von Happy Kuh e.V.: Sebastian Becher, verantwortlicher Leiter von Happy Kuh e.V. und seine Ehefrau Mariela Baca haben über einen Zeitraum von vier Jahren alles gelesen, was man über die Kuh zu wissen kann, zahlreiche Seminare besucht und den Austausch mit anderen Kuhschützern gepflegt. Mariela, gebürtige Peruanerin, hat sogar ihren Master im Studienfach Nachhaltiges Ressourcen-Management gemacht. Das Thema ihrer Abschlussarbeit: „Vegetarische, biologische Landwirtschaft und Kuhschutz“. Beste Voraussetzungen also, um so ein Projekt erfolgreich anzugehen.

Milch geben die Kühe auf dem Hof von Mariela und Sebastian nicht mehr, denn sie werden nicht künstlich besamt. Das Leben als Milchmaschine ist für sie längst vorbei, mit der Milch könnte das Ehepaar und ihr kleiner Sohn Shrydar ohnhin nicht viel anfangen: Die drei leben nämlich vegan. Auf dem Hof können sich die Tiere frei bewegen, hin und wieder werden sie jedoch zur Feldarbeit heranzogen. Mariela, die zu Beginn noch etwas Angst vor den mächtigen Tieren hatte, bringt ihnen nun Kommandos bei – für einen leichten und sicheren Umgang, wenn z.B. mal der Tierarzt kommen muss. Alle sieben Paarhufer tragen indische Namen, wie etwa Raghu, Yasoda, Virya oder Sirou. Auch sonst sind sie eigenständige Charaktere, die von von Mariela und Sebastian mit Respekt behandelt werden.

Gerade erst ist die Happy-Kuh-Familie nach Thüringen umgezogen. Ihre bisherige Heimat Fürstenfeldbruck wurde irgendwann zu klein und außerdem zu teuer: Der Staat vergibt Subventionen nämlich nur an Bauern, die konventionelle Milchwirtschaft betreiben. Die neue Lebensgemeinschaft mit ihren Tieren ist auch ein Versuch, alternative Lebensformen zu fördern. Das Ehepaar träumt von einer Begegnungsstätte für Mensch und Kuh. Um ihren Kuhschutzhof zu finanzieren, hat sich Sebastian Becher nun eine neue Einnahmequelle erschlossen: er backt und verkauft vegane Dinkelkekse. Die Backstube und die Workshops sollen helfen, ein geregeltes Einkommen zu erwirtschaften und so die Finanzierung der außergewöhnlichen Rinderhaltung abzusichern.

Spenden werden hin und wieder dennoch benötigt: So ist das Vereinsauto zur Zeit defekt, wird aber dringend benötigt, um täglich frisches Wasser zur Weide zu transportieren. Wenn Sie spenden wollen, finden sie hier die notwendigen Infos.